LA Guns - The Devil You Know

Review

Die L.A. GUNS sind ein kleines Stück Rockgeschichte, entsprungen aus einer Zeit als MÖTLEY CRÜE und GUNS ‘N‘ ROSES den Sunset Strip Ihr Wohnzimmer nannten. In ihrer nun bereits über 30-jährigen Historie hat die Band beileibe nicht nur rosige Zeiten erlebt. Nach den Erfolgen mit dem selbstbetitelten Debüt Anno 1988 sowie „Cocked and Loaded“ aus dem Folgejahr – jeweils inklusive Gold- bzw. Platinschallplatte – geriet die Kombo in den Neunzigern in unruhiges Fahrwasser.

„The Devil You Know“ muss die langfristige Tragfähigkeit der Reunion nachweisen

Mit ständig wechselnder Besetzung konnten die Kalifornier nicht mehr an ihre Anfangserfolge anknüpfen. Nachdem es dann zum Zerwürfnis zwischen Gründer Tracii Guns und Sänger Phil Lewis kam, gab es Anfang des neuen Jahrtausends sogar zwei Formationen, die unter dem Namen L.A. GUNS auftraten. Seit der Reunion scheint aber alles vergeben und vergessen und mit ihrem ersten Output in wiedervereinter Eintracht haben die Jungs vor zwei Jahren ja einen mehr als ordentlichen Arbeitsnachweis geliefert, der von Kritikern und Fans durchaus positiv aufgenommen wurde. Nun galt es also mit „The Devil You Know“ die Leistung zu bestätigen.

Einzählen: 1-2-3-4. Der punkige Opener „Rage“ legt einen flotten Takt vor und verhilft der Platte so zum Kickstart. Auf das erste Highlight muss der Hörer ebenfalls nicht lange warten. „Loaded Bomb“ gefällt als richtig starke Nummer mit Rock-and-Roll-Einschlag, die sich mit treibendem Rhythmus ins Ohr gräbt. Es folgt der Titeltrack, der von einem schwerfälligen, harten Riff getragen wird und zum Metal-Pol des gebotenen Spektrums neigt. Zeit zum Verschnaufen bleibt nicht.

Das folgende „Needle To The Bone“ besticht durch einen prominenten Basslauf im Refrain, der das Tempo treibt, bevor „Going High“, das von einem dunklen Hauptriff geprägt ist, wieder etwas auf die Bremse tritt. Es schließen sich mit „Gone Honey“ und „Don’t Need To Win“ zwei extrem groovige Nummern an, wobei gerade letztere schön mit Bluesrock-Elementen spielt. Mit „Another Season in Hell“ ist ebenfalls die obligatorische Ballade vertreten – wenn sie auch im Vergleich zum Klassendurchschnitt eher etwas härter ausfällt. Im Anschluss wird die Hörerschaft mit dem Rausschmeißer (und Bonustrack) „Boom“, der nochmal ordentlich rockt, gebührend verabschiedet.

Die L.A. GUNS können es noch

Die L.A. GUNS stellen mit „The Devil You Know“ unter Beweis, dass sie auch im gehobenen Alter durchaus noch in der Lage sind abzuliefern – und im Vergleich zum Vorgänger sogar nochmal eine Schippe draufzulegen. Ob es mit über 60 wirklich noch den dicken schwarzen Lidstrich braucht, sei mal dahingestellt. Die musikalische Qualität ist derweil unbestritten. Das Album überzeugt mit großartigen Rhythmen und in Sachen Songwriting zeigen sich die Kalifornier so abwechslungsreich wie nie.

Die hörbaren Einflüsse reichen von GUNS ‘N’ ROSES über BLACK SABBATH bis LED ZEPPELIN und doch bleibt das Gesamtopus unverwechselbar L.A. GUNS. Denn die Songs strahlen doch jederzeit den Sunset-Strip-Vibe der Achtziger aus und erinnern an das erfolgreiche Frühwerk der Band. So kommt am Ende eine richtig coole Platte raus, die einfach Spaß macht. Chapeau, meine Herren!

Review von Thomas Braun

15.04.2019

NO FUN NO CORE NO MOSH NO TRENDS

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