Lvcifyre - The Broken Seal

Review

Soundcheck September 2021# 2

Nach „Svn Eater“ haben die britischen Black-Deather LVCIFYRE lange nichts mehr von sich hören lassen, ehe „Sacrament“ als eher lauwarmer Aufguss 2019 kam. Die Erwartungen an das neue Langeisen „The Broken Seal“ als erstes richtiges Album seit geschlagenen sieben Jahren waren also hoch. Und darauf liefern LVCIFYRE einerseits wieder gewohnt ab, mit leicht anders gelagerter Ausrichtung hinsichtlich Songwriting, aber andererseits bleibt eine größere Entwicklung auch irgendwo aus.

„The Broken Seal“ – Geprügel wie gewohnt, aber kompaktiert

Ein ausufernder Song wie „Night Sea Sorcery“ findet sich auf „The Broken Seal“ nicht: Die Band kommt in den Songs auf „The Broken Seal“ eher auf den Punkt und hält sich kompakt, was eigentlich eine Wohltat ist. Beispielhaft so gleich schon im Opener „Gods Await Us“ zu vernehmen, der keine Gefangenen macht. Leider sind die Songs auch immer noch ein wenig gleichförmig geraten. Am schönsten ist es eigentlich, wenn entweder mit fiesen Disharmonien oder auch mal langsameren Passagen aus dem Geprügel ausgebrochen wird.

„Black Beneath The Sun“ mit seinen nervös zuckelnden Riffs oder auch „The Broken Seal“ sind dafür wunderbare Beispiele, aber auch „The Wolf Of The Great Dark“ geht mit seinen eher ins Doom-Gefilden schielenden Passagen vielleicht nicht zur Gänze neue Wege für die Band, aber lockert solide das Material auf. Auch „Headless Rite“ ist gefällig mit seinem stampfenden Rhythmus. Es wird definitiv wieder eine ähnlich finstere Atmosphäre wie auf „Svn Eater“ beschworen aber ganz dieselbe Qualität kann „The Broken Seal“ leider nicht aufweisen. „The Broken Seal“ erweist sich quasi als „Svn Eater“ 2.1 in der Lightversion durch die Konzentrierung und Kompaktierung. Dadurch schmieden LVCIFYRE das höllische Feuer heuer stärker brennend, aber auch weniger lang anhaltend hinsichtlich Hörspaß und Langzeitwirkung.

LVCIFYRE bieten wieder gewohnt guten Schwarzstahl, sind aber kurz davor, Kratzer in die Politur zu spielen

Wirkliche Weiterentwicklung zu „Svn Eater“ oder „Sacrament“ ist auf „The Broken Seal“ leider nicht wirklich zu vernehmen. Die Kürzung und Aufteilung in längere, langsamere und schnellere Genickbrecher ist hier aber besser balanciert und das Abkühlen des dunkel geschmiedeten Stahls wird auf Songebene so gut vermieden. Über Albenlänge allerdings leider nicht so ganz. LVCIFYRE sind mittlerweile etabliert und haben ihren Stil gefunden, den sie solide runterzocken und an dem sie mittlerweile auch erkannt und gemessen werden. Dieses Trademark-Bedienen funktioniert halt aber auch nur eine gewisse Zeit, ehe es fade wird.

Sie müssen deshalb aufpassen in Zukunft keine Kratzer in ihre schwarzen Klingen zu spielen und sie vielleicht mit der einen oder anderen Politur ein wenig auffrischen. Und dafür reicht das Verlassen auf bekannte Routinen leider nicht ganz. AZARATH haben auf ihrem neuesten Album etwa sehr gut vorgemacht, wie selbst in dem eigenen, ganz speziellen Bandsound noch Mikroevolution gut machbar ist. Trotz dieser Kritikpunkte ist „The Broken Seal“ alles andere als eine gebrochene Scheibe, vielmehr haben wir es erneut mit qualitativ hochwertigem Verprügeln in höllischer Atmosphäre zu tun, dem noch ein wenig der „Aha“-Moment fehlt.

03.09.2021

"You can't spell Funeral without Fun!"

Der metal.de Serviervorschlag

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