Mafu Mafu - "Ich Bin Eine Kuschel-Katze"

Review

Schloß Zelda – Eine Reviewkritik, eine Antwort darauf, aber vor allem eine 8-Bit Wintergeschichte

Mein Chef per Mail:

„Hi Karo,
Hab eben per Myspace folgende (durchaus berechtigte) kritische Mail bekommen:

Hallo
Ich möchte einmal etwas Kritik anbringen. Wenn Eure Rezensenten keine Ahnung von der Musik haben, dann sollten sie das Schreiben einfach sein lassen.“

Von Kritik bekomme ich nie genug, aber gleich in den Ruhestand gehen, nur weil ich kein Japanisch beherrsche und meine Kindheit nicht vom NES geprägt wurde?

„Stein des Anstoßes ist die Mafu Mafu Rezension…

… und selbst nach mehrmaligem Durchlesen habe ich immer noch keine Ahnung was für Musik von der Band eigentlich gespielt wird.“

Ich habe nach mehrmaligem Durchhören noch immer keine Ahnung, was für Musik das sein soll, die MAFU MAFU ihren Hörern darbieten. Insofern hätte ich etwas mehr auf das Überraschende, das Neue eingehen sollen. Es ist eben ein wilder Mix aus allen musikalischen Richtungen. Hier trifft skandinavischer Flitzefinger-Metal auf blackmetalischen Eunuchenpunk. Walkingjazzbässe kreuzen sich mit röchelnden Froschgrunzern. Über allem thront ein Keyboard-Gewebe aus Orchestra-Hits, GM-Strings und Dingeldong-Country-Prog-Piano. Und es ist hauptsächlich das Keyboard-Arrangement, durch welches ich immer das Gefühl habe, dass mir Blöcke auf den Kopf fallen, oder ich ein neues Level in der kunterbunten Asia-Pokemon-Mario-Final-Fantasies-Spielwelt erreichen würde. Die Musik aber erreicht mich nicht.

„Also wenn ich Euch schon CDs (professionell hergestellte) zuschicke, dann hätte ich auch gerne ordentliche Rezensionen und nicht so einen Mist.“

Meinen vorherigen Zeilen kann man vielleicht schon entnehmen, dass ich in punkto Professionalität der Platte gewisse Zweifel hege. Kann man? Und das ist der Punkt an dem es schwer wird, keinen Verriss aus dem Review zu machen. Mir kann es an sich egal sein, ob mich der Gesang der Platte permanent an einen „Nessun Dorma“ singenden Gockel erinnert. Ob ich mir vor meinen Augen einen koksenden D. Bohlen an seinem Casio visualisiere während die Arrangements meine Finger fast automatisch an den Volume-Regler meiner Anlage wandern lassen. Egal. Ich lehne mich noch kurz aus dem Fenster und behaupte, die CD wurde in einem Homestudio aufgenommen. Vom Sänger, der gleichzeitig die Keys programmiert und sich an den Drums vergangen hat. Beweisen kann ich aufgrund Anfangs angesprochener Wissenslücken betreffs meines Sprachverständnisses nix von alledem. Aber die Musik klingt schwer danach. Obwohl ich leise drehe, wird die Musik nicht leise. Reiße ich aber die Anlage auf, klingt sie nicht fett. Beim Mastern scheint mir mit den Bits gegeizt worden zu sein, was aber den C64-NES-GB-Eindruck unterstreicht und deshalb eventuell sogar Absicht sein könnte. Aber das ist vollkommen egal. Ich weiß ja nicht mal, wie die Platte überhaupt heißt.

„Da schreibe ich aber um Längen besser…“

Ich könnte in der Prüfungszeit durchaus einen Ghostwriter gebrauchen. Dass müsste dann aber absolut vertraulich laufen, wozu es genau jetzt wohl zu spät ist.

„…und ich poste meine Texte in den Metal Archiven; eine Seite, welche von Labels nicht verlinkt wird, weil die eben nicht als professionell gilt… also etwas mehr Mühe bitte.

Ist es denn wirklich der Mühe wert? Ist denn außer dem ehrenwerten Promoter jemand an einer Rezension zu der Band interessiert? Wollen MAFU MAFU denn auf den europäischen Markt? Dann aber, liebe Band, etwas mehr Mühe bitte.

Bei den 5 Punkten bleibe ich. Aus Trotz und Starrköpfigkeit, aber auch weil ich mit dem, was MAFU MAFU darbieten absolut nichts anfangen kann und dafür eine Durchschnittsbewertung wie fünf Punkte doch recht positiv ist. Um die Kurve zum Teaser zu kriegen noch folgendes:
„Wir können auch die Trompeten blasen
Und schmettern weithin durch das Land;
Doch schreiten wir lieber an Maientagen
Still sinnend an des Baches Rand“
– Ohne Gameboy!

Mit störmischen und freundlichen Grüßen.

————-
übersetzter Titel: „Ich bin eine Kuschel-Katze“ (eigtl. ist „mafu-neko“ eine „Muff-Katze“, also so ein Ding, wo man bei Kälte die Hände reinsteckt.)

16.12.2009

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