Marco Campanella - Vertigo

Review

Auf Musikhochschulen hat er sich im sonnigen Los Angeles bis zum Master gebildet, bei angesehenen Gitarristen gelernt: Der junge Mailänder MARCO CAMPANELLA hat nun mit Hilfe eines Schlagzeugers und eines Keyboarders die sechs Stücke umfassende EP „Vertigo“ realisiert, die ausschließlich instrumentale, progressive Rock-Klänge bietet.

Auf seiner Fender Stratocaster Malmsteen Signature, bei der das Griffbrett konkav ausgefeilt ist und Finger und Saiten beim Spielen somit keinen Kontakt mit dem Holz haben, frickelt sich Campanella durch flotte Nummern wie „X-Ray Eyes“ oder das Titelstück, aber mit „La Force De Lame“ und insbesondere „Feliz Desilusao“ haben sich auch zwei gemächliche Stücke auf der EP eingefunden.
Dass der Mann in die Saiten haut, seitdem er zehn Jahre alt ist, hört man dem wohlklingenden, anspruchsvollen Material an. Einflüsse wie Jason Becker und Yngwie Malmsteen mit ihrer von der klassischen Musik inspirierten Spieltechnik lassen sich ausmachen, deutlich scheint auch etwa ein Paul Gilbert bei der gebotenen Virtuosität und Schnelligkeit durch.

Alles also schön und gut, aber nach zwei, drei Kompositionen fällt die Einförmigkeit, das sehr vordergründige Griffbrettgewichse, doch negativ auf und man malt sich aus, wie vergleichsweise spannend doch zumindest ein oder zwei Stücke wohl mit diesem oder jenem Gesang klingen würden. So aber wird man den Eindruck nicht los, als würden die sechs Kompositionen dem Musiker nur dazu dienen, dem eigenen Ego zu schmeicheln, sich an seinen Fähigkeiten an der Klampfe zu ergötzen – das schlecht geposte Foto im Harley-Davidson-Shirt und mit Stratocaster in der Hand verstärkt diesen Eindruck.

Für Menschen, die selber Gitarre spielen beziehungsweise Musik eher von der technischen Seite her wahrnehmen, mag „Vertigo“ spannend sein; für den durchschnittlichen Konsumenten rockiger Klänge dürfte MARCO CAMPANELLAs Debüt-EP hingegen über die volle Distanz ermüdend, weil in ihrem rein instrumentellen Charakter ziemlich ungewohnt und doch etwas zu selbstdarstellerisch, sein.

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31.03.2011

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