Marya Roxx - Payback Time

Review

Bei MARYA ROXX handelt es sich um die aus Estland stammende Sängerin Maarja Kivi, die ihre Laufbahn vor knapp zehn Jahren bei der Girlie-Band VANILA NINJA startete. Aber trotz beachtlicher Charterfolge stieg Maarja 2005 aus diesem Unternehmen aus, um ihr Glück fortan als Solo-Künstlerin zu versuchen.

Seit gut drei Jahren nennt sich das Mädel jetzt MARYA ROXX und war unter diesem Banner auch schon auf Tournee. Zuletzt nahm sie das Album „Payback Time“ auf, das sie mit einer überaus bemerkenswerten Besetzung eingespielt hat. Selbst wenn die junge Dame bislang noch nicht wirklich das Herz eines Metallers anzusprechen wusste, sollte man als solcher bei den Namen Paul Crook (Gitarre; ex-ANTHRAX), Scott Metaxas (einst bei NUCLEAR ASSAULT, davor bei PROPHET), Brian Tichy und Anton Fig (Drums), sowie Derek Sherinian (Keyboards) in Wallung geraten.

Allerdings sei hinzugefügt, dass Maarja mehr ist als nur die Sängerin, schließlich hat sie auch kompositorisch einen erheblichen Beitrag zu „Payback Time“ geleistet und scheint regelrecht darauf erpicht nun als Künstlerin wahrgenommen zu werden. Die Marschrichtung stimmt auf jeden fall, denn „Payback Time“ macht – wenig überraschend in Anbetracht der bisherigen Betätigungsfelder der erwähnten Herrschaften, sehr wohl aber im Hinblick auf die „Vorgeschichte“ der Protagonistin – von Beginn an ordentlich Dampf.

Herzhaft intonierter, teilweise wirklich harter Rock mit zwar durchaus vorhandener Schlagseite gen Pop und jeder Menge an Chartappeal, kommt aus den Boxen geballert und wirkt dabei niemals aufgesetzt, sondern durchwegs authentisch. Weshalb man uns vom fulminanten Opener „Time To Run“ verschweigt, dass es sich hierbei um eine Fremdkomposition handelt, verstehe ich jedoch nicht, oder sollte es tatsächlich nirgendwo mehr Zeitgenossen die sich noch an PHANTOM BLUE erinnern? Aber okay, besagter Einstieg zählt dennoch mit zu meinen persönlichen Favoriten, wie in weiterer Folge auch die absolute GIRLSCHOOL-taugliche Abgeh-Nummer „Rebel“ und der ebenfalls ordentlich rockende Titeltrack.

Vor allem diese Tracks stellen für mich unter Beweis, dass MARYA ROXX keineswegs ein „Produkt“ des Business ist, sondern eine ambitionierte Sängerin. Zumindest ich kann den Wandel der einstigen Pop-Göre hin zur Rock-Lady durchaus nachvollziehen, auch wenn so mancher Refrain doch noch in Richtung der ehemaligen Zielgruppe tendiert.

Aber was soll’s, MARYA ROXX macht ihre Sache keineswegs schlecht, sondern hat gelernt, wie man kompetent und mächtig groovy loslegt. Es würde mich nicht wundern, wenn von diesem Mädel in naher Zukunft erneut von Chartplatzierungen in verschiedensten Ländern die Rede sein sollte, zudem war ohnehin nie leichter als jetzt, mit derlei Sounds durchzustarten.

23.11.2010

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