Maunah - Hjarta

Review

Soundcheck September 2026# 9

Die erst 2025 gegründete Doom-Band MAUNAH veröffentlicht mit „Hjarta“ ein Debüt, dessen Qualität beim ersten Hördurchlauf überrascht. So leuchtet es ein, dass sich die Dänen bereits früh einen Vertrag bei Prophecy Productions sichern konnten. Ihre kurze Bandgeschichte machen MAUNAH durch die Erfahrung ihrer Musiker wett, die schon länger in anderen Bands und Projekten aktiv sind. Die wahre Stärke von „Hjarta“ ist jedoch das unkonventionelle Songwriting, das den Stil der Band irgendwo zwischen Doom, Prog und Post-Metal ansiedelt. Dabei erinnern sie unter anderem an HAMFERÐ, bis hin zur sonoren und markanten Stimme von Sänger Søren Sol Koldsen-Zederkof. Dessen Gesang lässt nicht selten an den von HAMFERÐ-Sänger Jón Aldará denken. Auch die isländischen KATLA und MÚR klingen musikalisch an.

MAUNAH überraschen gekonnt

Der Opener „Heimaland“ ist einer von drei Albumtracks, die 2025 in etwas anderer Form auf der gleichnamigen EP veröffentlicht wurden. Der Einstieg ist proggy mit positiver Stimmung und entspannt; von Düsternis noch keine Spur. Das ändert sich im Verlauf des Stücks, doch eine stimmungsvolle Atmosphäre bleibt. Beim darauffolgenden „Solin Vaugna“ bauen MAUNAH mehr Druck auf, verfallen jedoch auch hier in ruhige Momente. Dieser stete Wechsel stellt sich im Verlauf von „Hjarta“ als typisch für die Songs heraus.

Ein Auf und Ab an Intensität allein ist nicht revolutionär und würde sich ohne weitere interessante Momente schnell abnutzen. Diese liefern MAUNAH in Form eklektischen Mäanderns, mitreißenden und vom Gesang getragenen Passagen und gut funktionierenden Spannungsbögen. Auch unerwartete Elemente wie eine Obertonflöte, plötzliche Dissonanzen und Kehlgesang tragen ihren Teil bei. Nicht zuletzt stolpert man über die Sprache der Lyrics. Diese sind in einer Kunstsprache verfasst, die für das semi-geübte Ohr an Färöisch erinnert.

„Hjarta“ zeigt Liebe zum Detail

Während sich alle Tracks auf „Hjarta“ konstant stark zeigen, sticht „Saivør“ als Highlight heraus. Hier punkten MAUNAH mit einem starken Spannungsbogen, einer trippy Lead-Melodie und einem fast schwarzen Ausbruch, der in sludgy Morast umschlägt. Hier, wie allgemein bei diesem Album, zeigt sich, dass mit viel Liebe zum Detail gearbeitet wurde. Hätten wir halbe Punkte zu vergeben, hätte es eine 8,5 gegeben.

18.09.2026

headbanging herbivore with a camera

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