



Ganze 11 Jahre hat es gedauert, doch nun gibt es endlich wieder ein musikalisches Lebenszeichen von MELECHESH. Zwar serviert Mastermind Ashmedi die erste neue Musik seit dem 2015er Album „Enki“ erstmal nur im Häppchenformat, was er auf „Sentinels Of Shamash“ abfackelt, dürfte Fans aber vor Verzückung im Dreieck springen lassen.
MELECHESH knüpfen direkt an „Enki“ an
Mit den drei neuen Stücken der EP knüpfen der inzwischen in Deutschland ansässige Schwarzkünstler aus Jerusalem und seine beiden Spießgesellen im Grunde direkt an das Material des letzten MELECHESH-Albums an. Will heißen, dass der wie üblich mit Tonleitern aus der nahöstlichen Musik gespickte Black Metal mit einer latenten, schneidenden Thrash-Kante daherkommt. Die gab es bei MELECHESH zwar schon immer, auf „Enki“ und nun auch auf „Sentinels Of Shamash“ ist diese aber besonders ausgeprägt.
Und so treibt „The Seventh Verdict“ auch gleich angriffslustig und energiegeladen den Adrenalinspiegel in die Höhe und regt zur Strapazierung der Nackenmuskulatur an, ist durch seine gleichermaßen messerscharfen wie eindringlichen Leads aber auch verdammt eingängig. Beim über achtminütigen „In Shadows, In Light“ wiederum setzen MELECHESH auch vermehrt auf satten Groove und reichern das Ganze mit ritualistischen Chants an, wobei auch hier natürlich wieder die für die Band typischen, nahöstlich tönenden Gitarren-Salven das Tüpfelchen auf dem i darstellen.
Das abschließende „Raptors Of Anzu“ entpuppt sich dann als die rasanteste Nummer der EP; stimmungsvolle Percussions im letzten Drittel des Songs sorgen hier für das extra bisschen Schmackes. Drei Dinge lassen sich nachdem „Sentinels Of Shamash“ verklungen ist ganz klar festhalten. Erstens: MELECHESH haben gefehlt. Zweitens: MELECHESH klingen nach wie vor absolut einzigartig. Und drittens: Drei neue Songs sind einfach viel zu wenig.
„Sentinels Of Shamash“ macht hungrig auf Nachschub
Es bleibt also zu hoffen, dass Ashmedi und Co. dieser klaren aber viel zu kurzen Machtdemonstration alsbald ein neues Album folgen lassen. Genug Material sollte sich ja eigentlich während der langen Veröffentlichungspause angesammelt haben und wenn es MELECHESH schaffen, auf einem möglichen nächsten Langspieler in der hier gezeigten Form anzutreten, dann darf man schonmal vor Vorfreude mit den Ohren schlackern. Der Hunger darauf ist nach diesem schmackhaften Appetithappen jedenfalls groß.

Hans Völkel






























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