Mindcrawler - Lost Orbiter

Review

Aus München erheben sich MINDCRAWLER mit “Lost Orbiter“. Ein halbstündiger psychedelischer Trip mit einer Prise Härte. Die Aufnahme erfolgte in einem privaten Proberaum und erfuhr ihr Mastering in Berlin. Aufgrund eines anstehenden Labledeals wird es “Lost Orbiter“ wohl auch auf Vinyl erscheinen.

MINDCRAWLER trumpfen mit Ideen

Den Anfang macht “Valkyries“ mit feinstem psychedelischen Rock. Scharfer, fuzziger Klang leitet den Introsong ein. Neben scheppernden Drums sticht ein harmonisches Riff hervor. Sandiger Sound begleitet den sich langsam zuspitzenden Gesang.

Schon zu Beginn an vermischen sich Doom und Stoner Rock zu einer Einheit. MINDCRAWLER setzten in Ruhephasen auf psychedelische Gitarreneinspieler. Jene entwickeln sich zum Ende aller Tracks und erfahren jeweils einen Höhepunkt.

“Lost Orbiter“ schmeckt nach Wüste

“Bigfoot Walk“ startet leicht verzerrt und groovig. Eine Kombination, welche aus diversen KYUSS-Alben bekannt sein sollte. Der verwegene Sound bricht die sonst genretypische Struktur. MINDCRAWLER bringen dadurch frischen Wind in das Stoner-Rock-Genre.

Zwischen der etwas finsteren Grundstimmung bricht “Drake’s Equation“ hervor. Mit freundlichen Melodien und Tempowechseln entsteht so ein starker Kontrast zum Rest des Albums. Die beigefügten Breaks arten dabei nicht in wirre Strukturen aus.

Trotz klanglicher Stärken heben sich MINDCRAWLER kaum vom Rest ab. “Lost Orbiter“ schafft es nicht als das eine Sandkorn der Wüste emporzusteigen. “Red Dunes“ und “Bigfoot Walk“ durchbrechen dagegen die leichte Monotonie.

Verloren und gebeutelt

“Red Dunes“ steht als Sinnbild für unerreichbare Ziele. In der Wüste umherirrend, suchen wir den erlösenden Ozean. Auch wenn es unmöglich ist. Zerfressen vom eigenen Ego, blicken wir in die tödliche Sonne. Nur um immerwährend auf weiteren Dünen zu wandern. Im wahrsten Sinne des Wortes eine verlorene Raumsonde. Auf der Suche, aber nie auffindbar.

Wie ein Biest treten wir gedankenlos alles nieder. “Bigfoot Walk“ beschreibt eine selbstsüchtige Lebensweise. Entscheidungen holen uns irgendwann wieder ein. Schlussendlich merken wir, dass wir das eigentliche Biest sind. “Dead Space“ endet in einer ungewissen kalten Zukunft. Der Kreislauf macht uns zu dem, was wir sind.

Eine nicht ganz so düstere Zukunft

MINDCRWALER stehen zwischen ideenreichen und immer gleichen Songs. “Trappist-1“ oder “Dead Space“ bleiben Genretypisch, mehr aber auch nicht. Dagegen steht das großartige “Red Dunes“ mit einer eigenen Note. Der Text steht klar im Hintergrund und weckt nur bedingt Interesse.

“Lost Orbiter“ macht dennoch Spaß und bleibt solide. Für Fans des Stoner Rocks absolut empfehlenswert.

Text: Erik Tillmanns

21.06.2020

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