Misery Speaks - Disciples Of Doom

Review

Sängerwechsel im Hause MISERY SPEAKS – und mit dem neuen Sänger Przemek Golomb gehören auch astreine Melodic Death Metal Glanztaten wie die Vorgängeralben „Misery Speaks“ und „Catalogue Of Carnage“ der Vergangenheit an. Denn der Wechsel am Mikro manifestiert sich auf dem neusten Langspieler der Münsteraner „Disciples Of Doom“ in einer deutlichen Kurskorrektur in Sachen Sound.

MISERY SPEAKS folgen dem von ENTOMBED eingeschlagenen Pfad zu Zeiten von „Wolverine Blues“ und erweitern ihren melodischen Death Metal um rollenden Rotzrock. Der technische Aspekt wurde deutlich zurückgeschraubt und das alt hergebrachte IKEA-Riffing weicht zusehends einer ordentlichen Portion Dreck und viel, viel Groove. Durchgehendes Geballer und Blastbeats werden auf “Disciples Of Doom“ nur noch sehr selten eingesetzt.
Gleich der erste richtige Song nach dem Intro „The Burning Path“ offenbart eindrucksvoll wahre Ohrwurmqualitäten und paart mitunter düstere Härte mit lässig stampfendem Groove und reifem Songwriting. Der Titeltrack hingegen zeigt die neu gewonnene Affinität der Band zu Sludge und Doom. Durchgehend langsam und zäh rollt er über den Hörer hinweg und drückt ihn zu Boden. Jedoch sind die filigranen schwedischen Melodien, die auch schon auf den Vorgängeralben soviel Laune gemacht haben, nicht abhanden gekommen und die knarzigen Soundwände werden immer wieder durchsetzt von griffigen, melodischen Einsprengseln.

Der neue Frontmann steht dem optimierten Sound der Band ausgezeichnet zu Gesicht. Er keift, grunzt und rotzt sich durch die zehn Songs hindurch, dass es eine wahre Freude ist, und erinnert nicht nur einmal an eine vielseitigere Variante von Lars Göran Petrov. Zu guter letzt wird das Ganze dann noch in einen satten, organischen Sound gepackt, für den sich Jonas Kjellgren (SCAR SYMMETRY, THE ABSENCE) verantwortlich zeigte.

Einige Bands scheitern bei dem Versuch, das entstandene Frontmann-Vakuum auszufüllen. Jedoch nicht MISERY SPEAKS. Auch wenn die Band mit „Disciples Of Doom“ einigen alten Fans vor den Kopf stoßen wird, ist ihnen der Schritt heraus aus dem bislang allgegenwärtigen Göteborg-Korsett eindrucksvoll geglückt. Mutig und erfrischend!

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23.04.2009

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