
Schon wieder ist es über sieben Jahre her, seit MONSTROSITY mit „The Passage Of Existence“ ihr letztes Lebenszeichen herausgehauen haben. Das ist nicht verwunderlich, denn bei den Haudegen, die es wahrscheinlich gerade deshalb nie in die allererste Reihe des Florida-Death-Metal geschafft haben, dauert es erfahrungsgemäß immer etwas länger. Dafür liefern sie aber auch nie etwas wirklich Halbgares ab. Dies soll sich auch mit dem siebten Streich, „Screams From Beneath The Surface“ nicht ändern, auch wenn sich die US-Klopper die eine oder andere Überraschung im erwartbaren Rahmen vorbehalten.
Sperrige Überraschung
Die kommt auf jeden Fall schneller als gedacht, denn der fast siebenminütige Opener „Banished To The Skies“ ist das vielleicht mutigste Stück des Albums. In schleppendem Tempo wirkt das Quartett von der Ostküste richtiggehend episch und gibt dem Song ungewohnt viel Zeit zur strukturellen Entwicklung. Aber keine Sorge, zackige Schädelspalter wie „The Colossal Rage“, das mächtige „Vapors“ oder „Blood Works“ konterkarieren den einen oder anderen auf dem Album enthaltenen zähen Brocken bravourös.
MONSTROSITY sind in jedem Fall mit ihrem Neuwerk nochmal technisch anspruchsvoller geworden, beziehungsweise unterstreichen ihre großartigen Instrumentalfähigkeiten hörbar. Bandchef und Gründer Lee Harrison ist einer der am wenigsten im Fokus stehenden großartigen Death-Metal-Drummer dieser Generation. Mit Matt Barnes hat man schon lange einen versierten Saitenhexer an Bord und der Einstand von Ed Webb, dem Nachfolger von Mike Hrubovcak am Mikro, ist ebenfalls gelungen.
Webb hat jetzt keine großkotzige Vita wie der zurückgekehrte Ur-Basser Mark Van Erp (ehemals CYNIC, MALEVOLENT CREATION und SOLSTICE (US)), doch es scheint man habe hier jemanden gesucht, der die Fußstapfen möglichst ähnlich klingend ausfüllen kann. Letztlich ist es MONSTROSITY gelungen, in beiden Welten markante Songs zu komponieren. Während Ungetüme wie „The Atrophied“, trotz tonnenschwerer Sperrigkeit, durchaus atmosphärisch sind, teilweise gar an SUFFOCATION zu „Blood Oath“-Zeiten („Veil Of Disillusion“) erinnern, gibt es bei anderen Tracks einfach auf die Kappe.
Leider nicht 100 % konsequent
Schlussendlich verweisen die US-Amerikaner mit „Screams From Beneath The Surface“ auf eine muntere Zusammenstellung an Referenzen, die sich allesamt hören lassen können und platzieren sich selbst irgendwo in der Mitte. Auch wenn diese Platte kein Hitfeuerwerk wie „Spiritual Apocalypse“ sein mag, bleibt ein gehobenes Werk, bei dem man sich nach einigen Durchläufen sogar erhofft hätte, den Weg des Openers etwas konsequenter weiterzugehen.

Monstrosity - Screams from Beneath the Surface
Patrick Olbrich


















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