Moridigan - Deadborn Nemesis

Review

Die Hannoveraner MORIDIGAN zelebrieren auf ihrem neuen Album “Deadborn Nemesis“ die gute alte Schule des Todesmetalls. Gegründet 2009, rumpeln die vier Jungs gekonnt vor sich hin, ohne großartige Ausflüge in progressive oder experimentelle Gefilde zu unternehmen. Sänger Arnheim Lipke mit den für Oldschool Death schon langsam klischierten Rasta-Loten röchelt auf heisere Art vor sich hin, Marco Schreiner trainiert in endlos langen Doublebass-Phasen seine Waden, und auch Gitarre und Bass leisten saubere Arbeit. Zum endgültigen Sahnestückchen aber fehlt leider an so einigen Ecken noch der Funken Einzigartigkeit, der im Death die knappe Entscheidung zwischen “Herausragend“ und “Untergang in der Masse“ ausmacht.

Der Titeltrack wartet mit abwechslungsreichen Riffs und Gesang auf, auf dem Nachfolger “Der Engelmacher“ wird ausnahmsweise mal auf Deutsch gegrölt. Hierbei gelingt es MORIDIGAN erstaunlicherweise ziemlich gut, die typischen Hackfleischhackenderzerhacker-Texte in die Muttersprache umzusetzen, ohne wie ein stürmender Tigerpanzer zu klingen. “Dead Gods“ und “Deus Ex Cadaver“ grooven blasphemisch vor sich hin und dürften sicher ein gewisses Potenzial zum Live-Nackenbrecher in sich tragen, mit “Hex Of Vengeance“ wagt man sich zumindest an der Gitarre in etwas vertracktere Songsstrukturen, die man bisher im Gegensatz zum Vorgängeralbum eher verbannt hatte. Der Rausschmeißer “Lord Of Zi“ lullt einen nach viereinhalb Minuten für einige Zeit in Ruhe, bis man denkt, das Album wäre vorbei und man müsste den Replay-Knopf bemühen; aber dann prügelt man schlussendlich nochmal ordentlich los und lässt das Scheibchen nach einer Dreiviertelstunde Spielzeit mit Gläsergeklirr und der Aufforderung “Ein‘ saufen! “ ausklingen. Geht doch!

“Deadborn Nemesis“ ist ganz sicher kein schlechter Auswurf der Hannoveraner, aber auch keine Glanzleistung. Zum wirklichen Ohrwurm taugt leider keiner der Tracks, Potenzial zu einem ist aber trotzdem haufenweise  vorhanden. Noch eine kleine Schaufel mehr eigener Stil, mehr Wiedererkennungspotenzial, dann hat man den Bogen raus. Wer weiß, vielleicht kommt die Erfahrung ja auch mit der Zeit, eine Überraschung wär’s sicherlich nicht.

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15.12.2015

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