Mourning Rise - Five Ways To Illuminate Silence

Review

Interviewer Juan: “Ihre Position ist, es dem Volk zu überlassen.“

Bush: “Nein, nein. Meine Position ist, dass die Menschen in South Carolina dies entscheiden sollten. Ihnen mag meine Position nicht gefallen. Aber es ist eine Position. Und ich glaube nicht, dass diese Position auf Umfragen basiert. Ich lese die Umfragen überhaupt nicht. Aber ich vermute, wenn Sie sich genau ansehen, was die Menschen in diesem Staat wollen – sie wollen jemanden, der ihnen genau sagt, was ich geleistet habe, was meine Philosophie ist. Ich treffe keine Entscheidungen auf der Grundlage von Umfragen, Juan. Ich bin derjenige, der einen Steuersenkungsplan vorgelegt hat, der sich bewährt hat. Ich bin nicht der Kandidat, der, als es eng wurde, damit anfing, irgendwie am Steuersenkungsplan herumzudoktern.“

Ist das nicht unzusammenhängend? Ist das nicht zum Teil widersprüchlich? Aber was, wenn Bush nicht den Roten Knopf bekommen hätte, sondern sagen wir mal… Gesangsunterricht? Dann hätte er wohl so eine vermeintlich zusammenhanglose Scheibe wie die vorliegende aufgenommen. Was MOURNING RISE hier fabrizieren, hört sich wie ein Score für einen Film des neuen verwirrten Kinos an; beileibe nicht so verwirrt wie ein David- Lynch-Streifen, aber zumindest für so was liebenswert Verschrobenes wie “Sideways“ geeignet. Hier wird alles vermischt, was den lieben Leuten so eingefallen ist:
Mehrstimmige Chöre, die in Verbindung mit dem bedachten Songwriting streckenweise fast Alan-Parsons-Feeling aufkommen lassen. Und was ist das? SYSTEM OF A DOWN? Oder sagen wir mal Frank Zappa, der plötzlich auf die famose Idee kommt, jazzigen Metal zu spielen? Huch! Da growlt ja einer und die Gitarren werden auch aggressiver… erst groovt es und dann wird noch so was wie MathCore draus… huch! Streicherarrangements! Wie drollig… fürwahr. Jetzt keift wieder einer. Dann wieder Folkelemente. Aha, Bongos… die Liste ließe sich endlos fortsetzen… was wir hier mal nicht tun werden; Mama hat ja Kuchen gebacken…

Für den nicht vorgewarnten Hörer wird sich das Ganze tatsächlich wie eine Bush-Variante einer Prog-Rock-Platte anhören; d.h. er könnte durchaus gängige Strukturen vermissen, das sperrige Material nach Song Nummer zwei aus dem Plattenspieler feuern und sich ob der scheinbar wahllosen Zusammenfügung diverser Musikstile die Haare raufen.

STOP! Gewährt man der Platte allerdings ein paar Durchläufe, ist der Bush ab! Echt! Denn trotz der ersten Verwirrung ist ER doch vorhanden: Der Wiedererkennungswert. Und SIE kommt auch noch dazu: die Nachhaltigkeit. Dazu gesellt sich ein lauthalsiges Fuck Off! an den Mainstream. Die Platte verhält sich wie so mancher Wein: Der erste Schluck schmeckt beschissen, dann wird er immer schmackhafter und entwickelt zudem alsbald die berauschende Wirkung.

Wer bei MOURNING RISE also den Bush und das erste “Uärch!“ übersteht, kann eine prächtige Scheibe genießen. Prost!

21.08.2008

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