Nachtgeschrei - Staub Und Schatten

Review

Galerie mit 21 Bildern: Nachtgeschrei auf dem Summer Breeze Open Air 2017

„Staub und Schatten“ – welch epischer Titel für das fünfte Studioalbum der Frankfurter Mittelalter-Rocker NACHTGESCHREI, die sich so ungern in nur eine Schublade stecken lassen. Die siebenköpfige Band veröffentlich das aktuelle Album zum ersten Mal unter neuem Label: Label Oblivion/SPV. Als die „vielleicht vielseitigste Nachtgeschrei-Platte ever“ bewarben die Nachtschreier sie, nun denn, Freunde der düsteren Musik – lasset hören!

„Monster“ geht ordentlich ins Ohr, Gitarren (Tilman, Sane, Oli) und Drehleiher (Laui) schaffen angenehm vollen Sound zu Martins altbekannt kerniger Stimme. Abrocken garantiert! Mittelalterliche Klänge dank Schalmei (Nik) in „Das Nichts“, ein Song, der Mut macht, nicht aufzugeben. Ebenfalls solide und eingängig.

„Die wilde Jagd“ ist ein interessantes Stück, das viel aus dynamischen Wechseln zieht. Der Titeltrack „Staub und Schatten“ hat wieder mehr erzählenden Charakter, es geht um Willkür der Machthaber des Mittelalters, die Vergänglichkeit des Lebens und den Wunsch, etwas für die Nachwelt zu schaffen. Man lebe den Moment! Alles natürlich mit besonders ohrwurmiger Drehleiher.

Sanfte akustische Gitarren begleiten die eingängige, melodische Ballade „Lunas Lied“, mit „Kerberos“ folgt ein interessantes Instrumental, das stimmungsvoll durch Hundegebell und unheimliches Glockenläuten zu Gewitter-Samples beginnt und zu „Eden“ überleitet. Der knackige Refrain lädt – mit ordentlichem Dudelsack – zum Mittanzen ein, so muss Mittelalter-Rock sein.

Schwere Gitarren, etwas zäher Chorus, auch der Text ist leider in „Der letzte Tag“ eher mäßig. Keinesfalls schlecht, aber etwas 0815. Schade drum. Dafür satte Instrumentierung (u. a. Akkordeon von Joe) und ordentlich Tempo zu Beginn von „Verloren“, ein tragischer Song über die entschwundene Liebe. Textlich schwer zu deuten: „Bruder“, musikalisch aber wuchtig.

„Leben für den Klang“, inhaltlich leider wieder etwas belanglos, aber macht live sicher was her. Mit „Schlaflos“, einem ebenfalls durchschnittlichen Song, beenden die Hessen ihr Album. Ein Wort zum Artwork – ein sehr geschmackvoll in vergänglich-herbstlichem Grau designtes Cover.

Mit ihrer neuen Scheibe schließen NACHTGESCHREI, die ab November mit SALTATIO MORTIS auf deren „Zirkus Zeitgeist-Tour“ live in verschiedenen deutschen Städten spielen, mit ziemlicher Sicherheit zu Mittelalter-Rock-Größen wie SCHANDMAUL oder IN EXTREMO auf. Ein wirklich gelungenes, kurzweiliges Album, musikalisch stilsicher, wenn auch nicht immer wahnsinnig kreativ. Instrumental technisches Können und die charismatische Stimme von Sänger Martin füllen die teils textlichen Schwächen. Wird live bestimmt sehr hörenswert!

01.09.2015

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