Necromandus - Orexis Of Death & Live

Review

Klar gibt es unzählige Bands die mit BLACK SABBATH in Zusammenhang gebracht werden, doch nur ganz selten waren die Großmeister der Szene dermaßen wichtig für die Geschichte einer Formation wie im vorliegenden Fall.

Dazu muss man zunächst das Rad der Zeit bis in die Mitte der 60er Jahre zurückdrehen, als Tony Iommi zusammen mit Bill Ward nach dem Ende von MYTHOLOGY ihr späteres Unternehmen EARTH aus der Taufe hob und noch ausreichend Zeit hatte, sich nicht nur um sein eigenes Unternehmen zu kümmern. Iommi war in jenen Tagen offenbar viel unterwegs und von der lokalen Musik-Szene im nordenglischen Cumbria dermaßen angetan, dass er sich dazu entschloss, einem Exponat davon – eben NECROMANDUS – unter die Arme zu greifen.

Nicht nur, dass er es dieser Band, die sich ebenfalls gegen Ende der 60er zusammenfand, zu Gigs im Raum Birmingham verhalf, er erklärte sich in späterer Folge auch noch bereit, das Management für die Truppe zu übernehmen. Nicht ohne Erfolg, denn noch im Jahr 1973, kurz nachdem Iommi die Jungs bei Vertigo untergebracht hatte, ging es an die Aufnahmen zu ihrem ersten Album „Orexis Of Death“. Geradezu selbstverständlich, dass der Meister der dunklen Riffs auch einen Beitrag leistete und selbst in die Saiten griff. Einhergehend mit einigen weiteren Support-Shows für BLACK SABBATH schien die Karriere von NECROMANDUS geradezu vorgezeichnet zu sein, doch – aus welchen Gründen auch immer – war kurz darauf wieder Schluss im Schacht.

Und zwar fix, denn nicht nur, dass man die Scheibe bis heute unter Verschluss behalten hatte, Leadgitarrist Barry „Baz“ Dunnery (übrigens der Bruder von IT BITES-Mann Francis Dunnery) machte sich flux aus dem Staub und ein jähes Ende der Formation war zu verzeichnen.

Zwar standen die Chancen gar nicht schlecht, dass man die gesamte Belegschaft heute sehr wohl kennen und schätzen würde, schließlich wollte OZZY die Herrschaften nach seinem Ausstieg bei BLACK SABBATH für sein Projekt „Blizzard Of Ozz“ rekrutieren, doch daraus wurde leider nichts, weshalb der Name NECROMANDUS im Endeffekt leider nahezu in Vergessenheit geriet.

So wird wohl den meisten von uns noch nicht einmal bekannt sein, dass es weder „Baz“, der 2008 verstorben ist, noch Sänger Bill Branch und Bassist Dennis McCarten, die ebenso nicht mehr unter uns weilen, erleben dürfen, dass NECROMANDUS zumindest posthum doch noch veröffentlichungstechnisch in die Annalen der Rock-Historie eingehen können.

Respekt und Dank dafür gebührt Lee Dorrian, der sich dem Vermächtnis der Nordengländer angenommen hat und „Orexis Of Death“ über Rise Above in runderneuerter Version als „Orexis Of Death & Live“ auflegt, sodass nicht nur meine Wenigkeit zum allerersten Mal überhaupt mit dem Schaffen dieser Band konfrontiert wird.

Neben den acht Tracks der ursprünglichen Version erhält das gute Stück nun auch einen Konzertmitschnitt aus dem Jahr 1973, als die Band in Blackpool gastierte. Hinsichtlich der Musik von NECROMANDUS sei erwähnt, dass die Band – trotz aller Beziehungen zum Original und den daraus resultierenden geradezu logischen Querverweisen zu BLACK SABBATH – sehr wohl eine ganz eigene Note zu versprühen wusste.

Neben den teilweise durchaus harten, immerzu psychedelischen Rock-Sounds, hatten die Burschen nämlich auch eine gen Art / Progressive Rock tendierende Schlagseite, die das Klangbild abwechslungsreich machte und NECROMANDUS – unter anderen Vorzeichen – wohl mehr als bloß den Durchbruch verschaffen hätte müssen.

Ein interessantes und überaus hörenswertes Stück Rock-Historie, das uns da ins Haus geliefert wird, empfehlenswert jedoch keineswegs nur für einschlägig „vorbestrafte“ BLACK SABBATH-Jünger.

14.04.2010

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