Necrophagist - Epitaph

Review

„Epitaph“ von NECROPHAGIST ist ohne jeden Zweifel eines der technisch anspruchsvollsten Death Metal-Alben der bisherigen Geschichte. Wahnwitziges Gitarrenspiel, überirdisches Ballerdrumming und verschachtelte Songaufbauten dominieren diese Veröffentlichung. Kaum eine andere Band vermag derart intelligent Können und Geschwindigkeit miteinander zu vermischen. Nur CRYPTOPSY und eventuell ATHERETIC übertreffen meiner Meinung nach noch die spielerisch-technische Intensität von NECROPHAGIST.

Zunächst tritt der richtig gute Sound in Erscheinung. Alle Feinheiten der Gitarren sind erstaunlich gut herauszufiltern, wodurch man erst einmal bemerkt, wie präzise die Deutschen spielen. Das Schlagzeug kommt ebenfalls verdammt gut zur Geltung und allein aufgrund dieses Hammer-Sounds dürfen sich NECROPHAGIST auf die Schulter geklopft fühlen.

Der Gesang wird durchweg tief vorgetragen, ist aber leider über weite Strecken etwas eintönig, zumal auch die Betonung gewisser Silben nur marginal ist. Ein ganz klarer Minuspunkt, denn wenn der Gesang nicht interessant genug ist, kann die Musik noch so toll sein, es fehlt stets der letzte Funken Überzeugungskraft; zumindest geht es mir dabei so. Alles in allem aber ein Album, an dem es sich spieltechnisch messen lässt. Kaum eine Death-Metal-Formation agiert so filigran und wohlgeformt, wie NECROPHAGIST und lassen wir mal die oben genannten beiden kanadischen Schädelspaltertruppen außen vor, beherrschen die Deutschen das europäische Feld des Frickel-Death relativ mühelos.

Wenn hier und da das sterile Gefiedel zu Lasten des Feelings geht, wird das nächste irrsinnige Gitarrenriff dafür ein wenig entschädigen. Im Endeffekt kann das den leicht bitteren Beigeschmack zwar nicht verflüchtigen, aber ein wenig drüber hinwegtäuschen.

Wer sich mal eben kurz die Rübe ausschütteln will, dem sei „Epitaph“ wärmstens an Herzchen gelegt. Mit knapp über 30 Minuten ist die Scheibe zwar etwas kurz gehalten, viel länger ist diese Musik am Stück aber auch kaum erträglich und die besten Alben der Geschichte gehen oftmals auch nicht länger. Aber ich will nicht zu weit greifen, denn NECROPHAGIST sind noch nicht ganz so weit, um sich in den Geschichtsbüchern festschreiben zu lassen.

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12.07.2007

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