Neverland - Ophidia

Review

Vor ziemlich genau zwei Jahren landete der griechisch-türkische Zusammenschluss NEVERLAND mit „Reversing Time“ einen beachtlichen Einstand. Was damals noch mehr nach Projekt klang, scheint sich nun aufgrund des Erfolges mehr und mehr zur richtigen Band zu entwickeln. Nach außen hin sah das NEVERLAND-Konzept nach einer weiteren, vor einiger Zeit mal recht trendigen Rockopernarie aus (Storyline, namhafte Gastmusiker, Orchester), inhaltlich konnte man aber mit starkem, geschlossenem Songwriting und dem Verzicht auf allzu viel Bombastkitsch überzeugen.

Das Nachfolgewerk „Ophidia“ schlägt nun in die gleiche Kerbe, kann aber sogar noch einen Tick zulegen. Mit Jon Oliva (SAVATAGE, JON OLIVA’S PAIN), Edu Falaschi (ANGRA) und Urban Breed (ex-TAD MOROSE, BLOODBOUND, PYRAMAZE) hat man zwar erneut drei Gaststars ins Studio eingeladen, die aber weniger in den Vordergrund gerückt wurden wie einst die beteiligten Musiker von BLIND GUARDIAN, SHADOW GALLERY und EVERGREY. Dies liegt vielleicht auch daran, dass der eigentliche Vokalist Oganalp Canatan im Vergleich zum Debüt deutlich an Ausdruckskraft zugelegt hat und mit einer ordentlichen Portion an Leidenschaft glänzen kann, während Sängerin Iris Mavraki etwas in den Hintergrund gerückt ist. Musikalisch beweisen NEVERLAND, dass sie nach wie vor extrem tolle Songs schreiben können, die ohne den üblichen Bombastoverkill auskommen und durch eine detailverliebte und dennoch in sich schlüssige Vorgehensweise überzeugen. Stilistisch gibt man sich nach wie vor ungebunden, orientiert sich größtenteils aber im klassischen melodischen Power-Metal-Bereich der Marke AVANTASIA, BLIND GUARDIAN (speziell die mehrstimmigen, aber nie überfrachteten Chöre und die gelegentlich in den Akustikbereich abwandernde Fantasyatmosphäre) und SYMPHONY X. Anstatt eines Orchesters hat man nun mit Guney Ozsan einen etatmäßigen Keyboarder an Bord, der hier und da sogar eine Hammondorgel anschmeißt und vorzüglich, aber nie aufdringlich in die Instrumentierung eingreift. Anspieltipps erübrigen sich eigentlich, da „Ophidia“ ein Gesamtkunstwerk darstellt und niveaumäßig zu keinem Zeitpunkt abfällt.

Auch soundtechnisch wirkt das Album sehr ausgereift und angenehm rau und nicht zu klinisch, obwohl das Mastering in den weltbekannten Finnvox-Studios stattfand. „Ophidia“ ist beileibe kein einfach zu verdauendes Album geworden. Man muss es sich aufmerksam anhören, um die ganze Farbenpracht des NEVERLAND-Kosmos erfassen zu können. Passionierte Melodic-/Power-Metal-Fans mit Vorliebe für gehaltvollen Stoff und starken Vocals sollten NEVERLAND unbedingt anchecken, die Band verdient eure Aufmerksamkeit!

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13.03.2010

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