Obscenity - Retaliation

Review

Die Oldenburger Death-Urgesteine OBSCENITY haben vor der Veröffentlichung des aktuellen Studioalbums „Retaliation“ einigen Wandel vollzogen: Nach der Auflösung im Jahr 2009, kam es zur Neuformation und dem Vorgängeralbum „The 3rd Chapter“. Nun steht mit Tobias Müller ein neuer Mann am Mikro und die Kapelle spielt zum Full-Length-Schlag Nummer Neun auf:

Kann mehr, als zunächst gedacht!

„Retaliation“ startet mit solider, aber wenig fesselnder Death-Durchschnittskost. Der Opener „Claustrophobic Hell“ stimmt den Hörer auf brachiales Gemetzel ein, das man ein-zwei Mal anhören und danach getrost vergessen kann – gut produziert, auf hohem Niveau und verzichtbar. Da hatte Frau mehr erwartet und das auch nicht zu Unrecht, wie OBSCENITY in der Folge mit „Embracing The Plague“ beweisen. Hartes Geschrammel fängt sich immer wieder in überraschenden, aber stimmigen Breaks und melodischen Gitarrenparts und zur Mitte des Tracks erfreut uns ein proggig-rockiges Solo, das herrlich unkonventionell genau hierhin gehört. OBSCENITY schaffen es bei einiger Experimentierfreude, den Track thematisch zusammen zu halten und ein abwechlungsreiches, aber kohärentes Ganzes zu präsentieren. Dazu kann man die Mähne schwingen, und zwar auch mehrfach hintereinander. Frau ist wieder versöhnt. Das OBSCENITY-Rezept scheint gefunden und „Retaliation“ wartet in der Folge mit viel großartigem Material auf, das die feine Gratwanderung zwischen Härte und Melodie, Normabweichung und Zugänglichkeit bravourös meistert. Als Anspieltipps seien „Ghastly Presence Haunting“ und „Soul Eater“ genannt, die mit ungewöhnlichen Soli und einem bemerkenswerten Zusammenspiel der einzelnen Instrumente beeindrucken.

Wenngleich OBSCENITY auf „Retaliation“ ein Händchen für Wandel und Überraschung beweisen, geht dem Album dennoch nach der Hälfte ein wenig die Puste aus. Am Ende sind die Titel doch zu gleichförmig und die Growls von Tobias Müller klingen brutal, aber streckenweise monoton und wenig moduliert. Das ist weißgott nicht die schlimmste aller denkbaren Death-Sünden, tut aber dem Album, das doch so mit Dynamik glänzt, nicht gut. Dabei lassen die oben genannten Anspieltipps, oder das großartige „Whore Of Secret“ erkennen, dass der Mann am Mikro durchaus anders kann.

Trotz kleiner Schwächen eine klare Empfehlung

Wer ein solides Metzelfest für die Ohren sucht und sich dabei die eine oder andere Überraschung wünscht, ist mit „Retaliation“ bestens beraten. Leider haben OBSCENITY auf ihrem neunten Album aber auch die eine oder andere Länge eingespielt, sodass der Gesamteindruck trotz großen Potenzials nicht über ein „ziemlich gut“ hinaus geht. Das ändert nichts daran, dass mit OBSCENITY nach wie vor echte Könner am Werk sind, die es unmissverständlich auf unsere Nackenmuskulatur abgesehen haben und eine empfehlenswerte Scheibe abliefern.

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25.06.2016

"forty-two"

Der metal.de Serviervorschlag

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