Only Human - Planned Obsolescence

Review

Ein Übermaß an Optimismus brauchen sich ONLY HUMAN bezüglich ihres Debütalbums „Planned Obsolescence“ wahrlich nicht vorwerfen lassen. In ihren Liedern zeichnen sie ein dystopisches Zukunftsbild, in das die aktuell zu beobachtenden technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen münden könnten, wenn sich die Menschheit bis dahin nicht selbst durch Kriege oder Klimazerstörung aus der Gleichung entfernt hat. Zu viele überreiche Süßwasserkapitäne reiten eben derzeit völlig ungebremst die Hypewellen im lebhaften KI-Ozean, deren jeweiliger Horizont jedoch zwischen Profitgier und persönlichem Geltungsbedürfnis längst keinen echten Fortschritt für die Menschheit als Ganzes mehr umfasst.

ONLY HUMAN sind progressiv und zugleich fortschrittskritisch

Unter diesen fragwürdigen Vorzeichen kann auch eine Band wie ONLY HUMAN arg fortschrittskritisch auftreten, deren Musik doch das genaue Gegenteil verkörpert. Die Dänen gehören zu jener neuen Generation an Proggressive-Bands, die nicht nur das genretypische Aufbrechen etablierter Kompositionsmuster zelebriert, sondern über die gewohnten Core- und Djent-Elemente hinaus auch keine Scheu vor elektronischen Synthwave-Soundscapes oder den eingängigen Hooks von 80er-Jahre-Hard-Rock-Songs haben. So entsteht ein durchwegs starker Soundmix, der den geneigten Zuhörer immer wieder mitreißt und doch die ganz großen Hit-Momente vermissen lässt.

Trotz der reichlich düsteren Thematik, nehmen sich ONLY HUMAN auch immer wieder Zeit für ruhige Passagen, die zum Luftholen ermutigen und beinahe optimistisch wirken. Das ist natürlich kein Zufall, denn „Planned Obsolescence“ will sich nicht in seinen Weltuntergangsfantasien verlieren, sondern die Menschen wachrütteln und zum Handeln motivieren, wie Sänger Patrick Grønbæch Christensen im mitgelieferten Promo-Zettel klarstellt: „Wenn die Welt vor die Hunde geht, liegt dies immer daran, dass die Leute aufgegeben haben. Die Lage ist aber nicht hoffnungslos. Wir können immernoch dagegen ankämpfen. Hoffentlich regt dieses Album die Menschen zum Nachdenken darüber an, Menschlichkeit über Profitgier zu stellen.“

„Planned Obsolescence“ ist ein gelungenes Einstandsalbum

Vielleicht wollen ONLY HUMAN unter dem Strich etwas zu viel. Mit Sicherheit schöpfen die Dänen ihr unverkennbar vorhandenes Potential noch nicht zur Gänze aus. An die emotionale Brutalität von PERIPHERY oder TESSERACT reicht „Planned Obsolescence“ genausowenig heran wie an die hypnotischen Wohlfühlwolken der besten VOLA-Soundscapes. Langweilig wird das Album dennoch so schnell nicht und weckt große Hoffnungen für die Zukunft von ONLY HUMAN. Der Einstand ist jedenfalls bereits hervorragend gelungen.

25.03.2026

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