Past Undone - Time Lapse

Review

Laut Wikipedia zählt das portugiesische Kleinstädtchen Sintra ca. 33.000 Einwohner und ist vor allem für seine zahlreichen Paläste bekannt. Außerdem listet die Online-Enzyklopädie die mir unbekannte Blues-Sängerin Neva Raphaello als bekannte Tochter der Stadt. Soviel zum Heimatort der Progressive-Metal-Formation PAST UNDONE, welche dieser Tage ihre erste EP mit dem Titel „Time Lapse“ zum freien Download zur Verfügung stellt.

„Time Lapse“ enthält drei Tracks mit je etwa vier Minuten Spielzeit, welche sich nach Angaben der Band im Doom/Death-Metal-Bereich mit einigen Einflüssen aus Gothic und Jazz bewegen. Seit November 2012 spielt man in der jetzigen Besetzung zusammen und kann nun die ersten Früchte der Arbeit  präsentieren.

Song Nummer eins „Condemned By Scars“ beginnt mit einem schweren, von Chören unterlegtem Introriff um dann unter Doublebassattacken in einen disharmonischen Death-Metal-Vers überzugehen. Nach wenigen Sekunden wird das Mikro an Keyboarderin Sara Henriques (oder Bassistin Liliana Boaventura, auf jeden Fall eindeutig weiblich) übergeben, welche ihr NIGHTWISH-Stimmchen über den Soundteppich legt. Es folgt ein einminütiges Solo, dann wieder weibliche Vocals und abermals Death-Growls, welche dem Song eine Art Rahmen verleihen. Bis auf die Drums, welche mir dann doch eindeutig zu programmiert und steril klingen, weiß der Song durchaus zu überzeugen, auch wenn den einzelnen Parts gerne mehr Zeit hätte eingeräumt werden können. So wirkt alles etwas angedeutet und nicht zu Ende gedacht. „Place In Heaven“ kommt im etwas konventionelleren Gothic-Gewand daher. Gediegenes Midtempo, höhere weibliche Gesangsanteile und die omnipräsenten Keyboards sorgen auf alle Fälle für Atmosphäre. Abschließend gibt es mit „Time Lapse“ den Titeltrack. Hier regieren schwere Doom-Metal-Riffs (natürlich in Kombination mit wahren Orgelwalzen und Chören) und die nach zwei Songs bereits bekannte Aufteilung zwischen grabestiefen Growls und fast schon opernhaftem Gesang. Auch das OPETH-ähnliche Solo taucht im letzten Songdrittel wieder auf.

Die drei Songs auf „Time Lapse“ reichen aus, um PAST UNDONE zumindest einen eigenen Stil attestieren zu können. Allerdings täte die Band gut daran, die vor allem in „Condemned By Scars“ aufblitzenden progressiveren Elemente öfters hören zu lassen um den Sound von der, auf Albumlänge schnell ermüdenden Gothic-Schiene auf ein komplett anderes Niveau zu heben. Das Potential dazu ist vorhanden.

14.09.2013

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