Pi - Amatevi

Review

Wer sich im ostdeutschen Underground etwas auskennt, dem wird die Dresdner Rock-Formation PI vielleicht schon einmal über den Weg gelaufen sein. Das sächsische Herren-Quartett präsentierte sich in den letzten Jahren durchaus sehr umtriebig, bereits zwei Longplayer und eine Menge Shows stehen auf der Habenseite. Nach einer längeren Pause und einem Besetzungswechsel am Mikrophon meldet man sich anno 2013 nun mit der EP „Amatevi“ zurück. Darauf servieren Neu-Sänger Christoph Meisselbach & Kollegen sechs sehr straighte, eingängige Alternative-Rock-Songs, die irgendwo im Schnittfeld von Bands wie ALTER BRIDGE, AUDIOSLAVE und SAMAVAYO zu verorten sind. Zu erwähnen ist zudem noch, dass die Platte unter Regie von Benjamin Schäfer (u.a. GUANO APES) komplett live und ohne zusätzliche Studio-Schummeleien eingespielt wurde.

Der Opener „Break“ beginnt sehr direkt und mit ordentlich Drive, das Eingangsriff tönt sehr griffig aus den Boxen und versprüht dezentes Stoner-Rock-Flair. In der minimalistisch arrangierten Strophe steht dann vor allem Frontmann Christoph Meisselbach im Vordergrund, der dem Song mit seinem sehr wandelbaren Organ das nötige individuelle Flair verleiht und vor allem im Refrain zur Höchstform aufläuft. Und auch das rockig-flotte „Paris“ weiß im Anschluss mit frischem Groove und einem ebenfalls starken Chorus zu gefallen.

Einen kleineren Durchhänger leistet sich die Platte dann allerdings mit „Friendly Fire“ – was weniger an der erneut sehr variablen Gesangsleistung des Sängers liegt, sondern vielmehr an der recht drögen Instrumentierung im Strophenteil und dem etwas uninspiriert wirkenden Balkan-Zwischenpart mit Trompeten-Einsprengseln. Da erwarte ich von einem Dreiminüter Zwingenderes. „The Real Thing“ kann diesen Eindruck dann allerdings wieder korrigieren – hier agieren die Dresdner wieder deutlich schlüssiger und mit mehr Dynamik, vor allem das Hauptriff geht gut ins Bein. Das folgende „The Vortex“ kann ebenfalls überzeugen, im Refrain weckt Meisselbach sogar Erinnerungen an Miles Kennedy (ALTER BRIDGE). Das abschließende „She Goes“ ist dann so etwas wie die Quoten-Ballade, deren Daseinsberechtigung ich jedoch nicht so ganz sehe – zwar versprüht der Song durchaus bluesigen Retro-Charme, dümpelt dabei aber weitestgehend unaufgeregt dahin und kann den restlichen Tracks letztlich nicht das Wasser reichen.

„Amatevi“ ist am Ende eine handwerklich sehr ordentliche Platte mit vielen starken, aber auch einigen schwächeren Momenten. Mit Christoph Meisselbach hat man sich zweifelsohne gut verstärkt – der Mann am Mikro erledigt seinen Job äußerst souverän und sorgt für den nötigen Wiedererkennungs-Faktor. Allerdings verschenkt die Truppe in den ausschließlich auf Radio-Länge getrimmten Songs einen beträchtlichen Teil ihres enormen Potenzials. Unbestritten eine runde Sache – für meinen Geschmack aber einfach noch ein wenig zu rund.

14.03.2013

"Am Ende isses immer Arbeit."

Der metal.de Serviervorschlag

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