
Soundcheck November 2026# 12
Galerie mit 16 Bildern: Pinhead - Rockharz Open Air 2026


PINHEAD ist das Soloprojekt von Ilja John Lappin, der sonst bei THE HIRSCH EFFEKT und MONO INC. aktiv ist. Hier kann er richtig freidrehen, was bereits auf dem Debüt „Egomessiah“ Anfang 2025 deutlich wurde. Eine Liveband hat Lappin ebenfalls um sich geschart, und nach einer Tour im Vorprogramm von SOULBOUND in diesem Frühjahr geht es mit „Beauty In Pain“ im Gepäck auf die erste Headliner-Sause. Obwohl der Musiker eigentlich ein zugänglicheres Metalcore-Album komponieren wollte, ist erneut ein tiefpersönlicher Seelenstrip entstanden.
PINHEAD ist mehr als Metalcore
Wie vielseitig die Einflüsse sind, die Lappin für PINHEAD nutzt, wird schnell deutlich. Zwischen MESHUGGAH-esken Soundwänden, industriellen Fabrikklängen und wahnwitzigen Screams finden sich immer wieder in sich gekehrte Momente zum Durchatmen. „Beauty In Pain“ nebenher zu hören, ist schwierig, weil das Klangkonstrukt einen schnell zu erschlagen droht. Versucht das mal mit dem kathartischen „Hell On Fire“, das irgendwo zwischen Prog, Industrial Metal, EBM und Screamo rangiert.
PINHEADs Musik lässt sich nur schwer mit der einer anderen Gruppe vergleichen, da hier zahlreiche Einflüsse miteinander verschmelzen. Ja, das kann zeitweilig etwas anstrengend werden, hat aber immer Hand und Fuß. Zwei kürzere Lieder, die sich am Ende der Platte verstecken, haben unsere Aufmerksamkeit besonders geweckt. „Endure“ ist ein nicht einmal dreiminütiger Höllentrip mit Blasts und stark verzerrten Screams, während sich „Vanitas.exe“ mit seinem Industrial-Charme und Stakkato-Refrain schnell in unser Herz gespielt hat. Auch der leicht überlange Rausschmeißer „The End Of You“ überzeugt mit seinem Aufbau und epischen Finale.
„Beauty In Pain“ ist weder leicht noch schmerzhaft
Mit seinem zweiten PINHEAD-Album zeigt Ilja John Lappin, was für ein vielseitiger Musiker er ist. Es ist weder Gothic Rock wie bei seinen größten Brötchengebern noch geht es in die Damwild-Richtung – es ist etwas ganz anderes, aber garantiert nicht leicht verdaulich. Wer sich auf „Beauty In Pain“ einlässt, muss dies mit voller Aufmerksamkeit tun.

Jannik Kleemann































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