Psycroptic - The Pulse Of Annihilation

Review

Soundcheck Juli 2026# 2

Wenn es auf der australischen Insel Tasmanien so richtig kracht, haben sich PSYCROPTIC im Proberaum eingefunden, um eine neue Platte einzutrümmern. Da „Divine Council“ bereits vier Jahre auf dem Buckel hat, wurde es allerhöchste Zeit – insbesondere, weil die Alben der Band qualitativ stets überzeugen konnten. Mit Metal Blade Records haben sie ein starkes neues Label im Rücken und das stimmungsvolle Cover stammt von Belial Necroarts, der bereits für GAEREA gepinselt hat.

PSYCROPTIC verstehen ihr Handwerk

Auf den Alben von PSYCROPTIC findet man selten simples Geballer. Stattdessen ist die Gitarrenarbeit von Saitenhexer Joe Haley stets anspruchsvoll und fordernd. Trotzdem veröffentlicht die Tech-Death-Band keine Balladen, sondern sorgt dafür, dass der Härtegrad konstant hoch bleibt. Auf Tracks wie „Our Pillars Fall“, der erst nach sieben Minuten die Ziellinie überquert, nutzen die Tasmanier die Zeit, um sich ausgiebig in Rage zu frickeln.

Im Gegensatz zur technisch versierten Musik stehen die Vocals von Jason Peppiat. Der Mann verfügt über eine Growltechnik, die auch zum Deathcore passen könnte. Das zeigt zugleich, wie nah die beiden Genres beieinanderliegen und sich gegenseitig ergänzen. Bis auf die ähnlichen Screams gibt es auf „The Pulse Of Annihilation“ jedoch keine Core-Anleihen – Spielereien wie Breakdowns sucht man vergebens und die brauchen PSYCROPTIC auch nicht.

Was kann man „The Pulse Of Annihilation“ ankreiden? Nicht viel. Allerdings springt auch kein Funke über, der das Album zum genredefinierenden Referenzwerk machen würde. Die Band versteht ihr Handwerk gut bis sehr gut, und mit 40 Minuten Spielzeit ist das Album nicht so lang, dass die Frickelei ermüdet. Es gehört zu den Alben, die sich problemlos von Anfang bis Ende durchhören lassen, ohne dabei einen echten Signature Track hervorzubringen.

„The Pulse Of Annihilation“ ist ein gutes Tech-Death-Album

Mit ihrer neunten Platte in 25 Jahren zeigen PSYCROPTIC, dass sie sich nichts mehr beweisen müssen. Sie spielen ihren Tech-Death-Stiefel souverän herunter und fügen ihrer Diskografie ein weiteres gutes Album hinzu, das sich Fans der Band und des Genres bedenkenlos ins Regal stellen können.

14.07.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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