Ramhorn - Crystal Vanity

Review

Mit einer obskuren Mischung aus Heavy und Doom Metal präsentiert sich die Band RAMHORN aus Griechenland auf ihrer rappelvollen Langspielplatte „Crystal Vanity“, wobei es sich scheinbar eher um ein Solo-Projekt als um eine mehrköpfige Band zu handeln scheint. Leider ist die offizielle Homepage eher spärlich mit Informationen besät, so dass sich kaum mehr über die Band herausfinden lässt.
Aber da die Musik ja auch ohnehin für sich sprechen soll, widmet sich der wissbegierige Hörer mit voller Aufmerksamkeit und ohne weitere vorurteilsbildende Vorkenntnisse dem unbekannten Machwerk.

Überwiegend in getragenem Tempo inszenierte Heavy-Metal-Standard-Riffs mit gängigen Melodieabfolgen, die sich zudem meistens sehr oft wiederholen, bestimmen das Feld. Dadurch entsteht zunächst eine gewisse Monotonie, die jedoch für Doom nicht all zu ungewöhnlich ist und durchaus zum Gesamtbild passt. So rieselt die Musik dann zunächst noch nett vor sich hin, stört nicht, begeistert aber auch nicht gerade über die Maßen. Wenn dann allerdings zum ersten Mal der Gesang einsetzt, horcht man auf, doch leider mehr verschreckt als verzückt. Unglücklicherweise passt die Stimme so gar nicht zu der stimmungsvoll vor sich hinwabernden Doom-Untermalung. Viel zu nölig und gelangweilt, dabei unharmonisch und uninspiriert klingend beschmutzt sie die zwar schlichte, aber dennoch in sich stimmige Musiklandschaft.
Das alles deutet zunächst auf eine eher unterdurchschnittliche Platte hin, aber irgendwie hat „Crystal Vanity“ einen gewissen Reiz, der schwer zu lokalisieren ist. Vermutlich liegt es am offensichtlichen Underground-Flair, das das Album nicht nur durch die Musik, sondern durch die gesamte Aufmachung ausstrahlt. Da ist zum einen das schnöde und undefinierbare Cover-Artwork, welches jegliche Assoziation auf eine Musikrichtung verhindert, dann der dünne Klang, der einen nicht gerade vom Hocker haut und letztlich noch der bereits erwähnte Informationsmangel zur Band, der alle Fragen offen lässt.

Angesichts der Tatsache, dass man sowieso Tag täglich einer scheinbar nicht abreissen wollenden CD-Veröffentlichungs-Flut ausgesetzt ist, stellt sich die Frage, warum „Crystal Vanity“ nicht sofort auf dem himmelhohen Stapel belangloser Neuveröffentlichungen landen sollte. Die Antwort lautet: RAMHORN versprühen den Duft von unabhängiger und unschuldiger Musik. Sie werfen einem keine Brocken vor, wie man ihre Musik einordnen, bzw. unter welchem Gesichtspunkt man sie bewerten oder anhören sollte. Mit gut 60 Minuten Spielzeit und einem eher zurückhaltendem Charme, den man erst nach mehrmaligem Hören entdecken kann, stellen Sie den Hörer vielleicht sogar bewusst auf die Probe. Auch wenn RAMHORN hier kein Wunderwerk abgeliefert haben und der Gesang definitiv zu wünschen übrig lässt, gibt es immer wieder spannende Momente und Effekte, wie das in vielen Fällen ungewöhnliche Bassspiel, kaum hörbare Hintergrundschreie oder stimmungsvolle Keyboardklänge, die den Reiz des Albums ausmachen.
RAMHORN ist underground, ist offener Kanal, ist ohne Konservierungsstoffe, ist für sich.

11.02.2007

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