Redcraving - Lethargic, Way Too Late

Review

Nach dem ersten Durchlauf von “Lethargic, Way Too Late“ juckte es mich stark in den Fingern, eine durchweg negative Kritik zu diesem Silberling in die Tasten zu hauen – hatte mich die Beschallung mit einem auf den ersten Lauscher sehr chaotischen, heterogenen Klangbild doch akut genervt zurückgelassen. Ich habe das Ganze aber ein paar Tage sacken lassen, versucht, meine Antipathie herunterzuschlucken und mich dann noch einmal möglichst vorbehaltlos mit der knappen halben Stunde Musik beschäftigt.

Nun denn, REDCRAVING entstammen der lebendigen und überbordenden Musikszene der deutschen Hauptstadt und haben seit 2007 schon rund 80 Mal auf diversen Brettern quer durch die Republik gestanden. Musikalisch vermischt man für dieses Genre gar nicht mal so üblen – aber leise abgemischten – Schreigesang mit Hardcoreriffs und einigen elektronischen Beats und Einsprengseln zu einem Post-Hardcore-, Emocore- oder Screamo-Gebräu, für das man auch schon die nicht unpassende Kategorisierung “Screamotronic“ verpasst bekommen hat.
Der für viele ähnlich gelagerte Bands typische dynamische Wechsel zwischen sanften und schnellen, mitunter chaotischen Stellen zeigt sich auf “Lethargic, Way Too Late“ in seiner stärksten Ausprägung erst im letzten Albumdrittel, vorher regieren Letztgenannte: Nach kurzer “Introduction“ eröffnen die beiden forschen, sehr vertrackten Nummern “We Sleep In Silence“ und “Delete“ mit einigen mitunter nett groovenden Stellen. Das hart daherkommende “The Delayed“ bildet die Albummitte und wirft bei mir die Frage auf, wie REDCRAVING wohl als Death Metal Band klingen würden, bevor das noch deutlicher als die vorangegangenen Tracks mit elektronischen Spielereien durchsetzte “…His Queen As Well“ dem Repertoire der drei vorangegangenen Lieder eine neue Nuance hinzufügt. Das ruhige und mit leise aus dem Hintergrund tönendem Gesang daherkommende Zwischenspiel “Seperate“ hebt sich deutlich von den vorangegangenen Stücken ab, bevor das siebenminütige “The Gorge“ mit energischem Beginn und langgezogenem, ruhigen Ende noch mal eine Symbiose der ersten fünf Nummern bildet.

REDCRAVING werden aller Wahrscheinlichkeit nach – obwohl sie mittlerweile über einen gewissen Status verfügen – nicht aus der schier endlosen Masse der Core-Bands zu den nächsten Überfliegern aufsteigen und für Menschen mit schwachem Nervenkostüm ist das Ganze aufgrund der schwer fassbaren Strukturen auch nicht zu empfehlen. Fans hier vorherrschender Screamo-Klänge und musikalisch Aufgeschlossene bekommen jedoch mit “Lethargic, Way Too Late“ ein zumindest interessantes und ehrlich klingendes, wenn auch kurzes Album geboten, dessen Erschließung in jedem Fall mehr als einen Durchlauf braucht.

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02.11.2009

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