Reflected Black - Ascension

Review

Nachdem der klassische Hard Rock wieder Hochkonjunktur hat und man von der einen oder anderen Nachwehe schon wieder die Schnauze voll hat, ist es doch recht erfrischend, eine Band zu erleben, die sich nicht ausschließlich in knarzigen Old-School-Sounds vergräbt, sondern das Ganze mit 90er-Jahre-Grunge Rock würzt. Das ist dann wiederum alles andere als trendy, sondern eher eine nette Ausnahmeerscheinung im Wahnsinn des überfluteten Tonträgermarkts.

Aus den Niederungen Bayerns grüßen die Jungspunde von REFLECTED BLACK und kündigen vollmundig in ihrer Pressinfo an, der geneigte Zuhörer möge doch aufhören, wehmütig seine alten Platten aus den 90ern auszukramen, wo er mit REFLECTED BLACK ja nun das Heilmittel geboten bekommt. Hard Rock, Grunge und Heavy Metal sollen da angeblich verschmolzen werden. Lassen wir das Heavy Metal weg, trifft es den Kern der Sache ganz gut: REFLECTED BLACK klingen auf ihrer Debüt-EP „Ascension“ wie eine Reinkarnation früherer Helden wie SOUNDGARDEN oder ALICE IN CHAINS. Dazu gibt man eine Portion Groove a la AUDIOSLAVE, ergänzt durch den nasalen, manchmal etwas nöligen Gesang von Fabian Roßnagel und fertig ist diese durchaus interessante Mini-CD.

Die fünf Songs laufen gut runter und halten sich auf einem ganz ordentlichen Niveau, ohne Ausbrecher nach oben oder unten. Der Opener Life’s Sweet Kiss“ wird von einem schweren, aber eingängigen Riff getragen, der Chorus ist ganz ok und der Track erinnert schon mal sehr an AUDIOSLAVE. Bei „Hidden Blade“ geht‘s ebenfalls recht heavy zu und die catchy Leads versüßen das Hörvergnügen. Ich glaube, der Text beschreibt einen dieser bösen Priester, die nur auf das Geld ihrer Schäfchen aus sind, also Priester, wie wir sie hier in Deutschland ja so unendlich viele haben (aber gut, in Bayern ist das vielleicht noch etwas anders…). Kann aber auch sein, dass da was völlig anderes gemeint ist. „When I’m Gone“ ist die schöne Quotenballade, die sich immer mehr steigert und mit einem vorzüglichen Gitarrensolo aufwartet. Etwas grungiger gibt sich „Out Of Reach“ und das abschließende „Grow“ groovt schön vor sich her, vermittelt gleichzeitig auch eine etwas sonnigere Stimmung.

Wer nachts für eine Wiederbelebung oben genannter Bands betet, sollte sich bis zur Wirkung seiner Zauberformeln durchaus mal mit dieser jungen Band befassen. Wer weiß schon, ob die Truppe bei einem irgendwann sicherlich eintretenden 90er-Revival nicht ganz oben mitspielt. Zu beziehen gibt’s „Ascension“ für 8 Euro über die Bandwebsite.

26.07.2009

Der metal.de Serviervorschlag

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