Schandmaul - Sinnfonie

Review

Galerie mit 21 Bildern: Schandmaul - Wave Gotik Treffen 2019

Bereits ihr drittes Live-Dokument bringen die bayerischen Folk-Rocker SCHANDMAUL dieser Tage auf den Markt. Und dennoch sind die Unterschiede zu den beiden Vorgängern „Hexenkessel“ und „Kunststück“ groß genug, um auch diesen Kauf guten Gewissens rechtfertigen zu können. Aufgenommen wurde diesmal im mit geschätzten 7000 Zuschauern ausverkauften Münchener Zenith, wo SCHANDMAUL am 14. November 2008 ihr zehnjähriges Bestehen feiern durften.

Wie man es von der Band kennt, gibt es qualitativ nichts zu bemängeln. Zwölf HD-Kameras liefern ein hervorragendes Bild, das die überkochende Live-Stimmung dieses besonderen Abends hervorragend wiedergibt. Aufgelockert von äußerst clever eingesetzten Schwarzweiß- und Splitscreen-Effekten macht es hier großen Spaß, den Musikern bei ihrer Arbeit ganz genau auf die Finger schauen. Der Ton (wahlweise in 5.1 DTS oder Stereo) steht dem Visuellen in nichts nach. Ein wunderbar warmer und authentischer Live-Sound, der nicht krankhaft im Nachhinein auf Hochglanz poliert wurde, sondern ordentlich rockt und auch den ein oder anderen Spielfehler nicht zu verstecken versucht.

Trotz anfangs spürbarem Lampenfieber zeigt sich die Band selbst von ihrer Schokoladenseite. Auf der dreistündigen Setlist finden praktisch alle Hits der bislang sechs Studioscheiben Platz. Diese werden von SCHANDMAUL mit viel Spielfreude zelebriert, von einem routiniert heruntergespulten Standardprogramm ist man meilenweit entfernt. Dazu gehört auch die sympathische Kommunikation mit dem Publikum, die sich nicht nur in den spontanen Ansagen von Sänger Thomas Lindner und Bläserin Birgit Muggenthaler äußert.

Aufgrund des Umfangs ist ein DVD-Wechsel nach rund zwei Dritteln der Spielzeit leider unumgänglich, dieser sorgt jedoch nur kurzzeitig für einen Bruch im Spannungsbogen und eine willkommene Toiletten-Pause, denn freiwillig möchte man den Blick nicht von der Flimmerkiste abwenden, ja, nicht einmal den „Pause“-Knopf der Fernbedienung benutzen. An eine echte SCHANDMAUL-Live-Show kommt die DVD zwar nicht ganz heran, den Vergleich mit anderen Live-Dokumenten braucht man jedoch nicht zu scheuen.

Wie es sich für eine Jubiläumsshow gehört, hat man eine kleine, aber feine Gästeschar zu sich auf die Bühne geladen. Diese besteht neben drei Background-Sängern aus Muttis Stolz (Violine) und Benni Cellini (Cello) von LETZTE INSTANZ, sowie Frau Schmitt (Viola) von SUBWAY TO SALLY. Dank deren Unterstützung – die zweite (oder eher erste?) Geige wird natürlich von Anna Kränzlein übernommen – kann man einige Stücke mit Streichquartett-Begleitung darbieten und so auch zum ersten und vorerst einzigen Mal die „Königin“ vom „Anderswelt“-Album zu Live-Ehren kommen lassen. Später, wieder auf sich alleine gestellt, wird außerdem ein kleiner Akustik-Block eingeschoben, bei dem vor allem die interessante Neuinterpretation von „Teufelsweib“ Aufmerksamkeit erregt.

Den Abschluss dieser dreistündigen Gänsehaut-Show bildet wie gewohnt „Dein Anblick“. Dass bei diesem Stück – der wohl schönsten kitschfreien Ballade überhaupt – Fans und Band die Tränen der Rührung, des Stolzes und der Freude kaum zurückhalten können, ist angesichts dieser starken Leistung nur allzu verständlich. Man kann also sagen, dass SCHANDMAUL mit ihrer jüngsten DVD ein absolutes Meisterwerk gelungen ist, an dem keiner, der mit der Musik der Band etwas anfangen kann, vorbeikommt.

Dabei kann sich jeder Fan selbst entscheiden, welche der vier Versionen von „Sinnfonie“ er sich zulegen möchte. Neben der Doppel-DVD-Version und einer auf 26 Titel gekürzten Doppel-CD-Ausgabe gibt es auch ein limitiertes Package mit beiden DVDs und den beiden um drei weitere Stücke ergänzten Audio-CDs. Die DVDs enthalten dabei als Bonus ein 24-minütiges „Making Of“, das zwar vom Informationsgehalt her völlig verzichtbar ist, dafür aber einen kurzweiligen Einblick in die Vorbereitungen von Band und Crew auf den Auftritt bietet.

Das Highlight für alle Die-Hard-Fans dürfte jedoch die auf 5000 Stück limitierte „Fan Edition“ sein. Diese enthält in einer goldenen Papp-Box mit ausgestanztem Bandlogo nicht nur beide reguläre DVDs, sondern auch drei CDs mit dem ungekürzten Auftritt im Audio-Format. Hinzu kommen auf zwei weiteren Silberlingen die komplette bereits 2008 erschienene „Sinnbilder“-DVD und eine exklusive „Fan-Bonus-DVD“ mit Impressionen aus der Bandgeschichte, unter anderem auch vom ersten SCHANDMAUL-Auftritt am 14. November 1998. Abgerundet wird die Box, für die der Fan etwa 50 Euro einkalkulieren sollte, von einem Lanyard, einem Backstage-Pass, einem Autoaufkleber und einem schön gestalteten 32-seitigen Booklet.

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26.04.2009

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