Septik - Inception Of Decay

Review

Diesmal wird mir die Ehre zu teil, ein doch etwas anderes „Jubiläumsalbum“ zu rezensieren. Die Neuauflage älterer Schinken gestandener Bands an sich ist ja mittlerweile gang und gebe. Wenn, wie im vorliegendem Fall, die Band aber nie über ein Demo (’92) hinausgekommen ist, und schon 1994 wieder das Zeitliche segnete, ist das doch tendenziell eher ungewöhnlich. Mit „Inception of Decay“ bringt man nun gut 10 Jahre später das erste Demo nochmal in einer digital überarbeiteten Form heraus. Das kleine, selbst produzierte Stückchen Musikgeschichte weist zwar im Vergleich mit modernen Produktion ein paar Unzulänglichkeiten auf. In Anbetracht der Tatsache, dass als Basis besagtes Demo herhalten musste, kann man mit dem Ergebnis durchaus zu frieden sein. Wer erdigem Underground Death-Metal-Feeling etwas abgewinnen kann, wie es Anfang der Neunziger noch weit verbreitet war, wird mit Sicherheit nicht enttäuscht sein. Musikalisch zeigen sich „Septik“ sehr ideenreich und bewegen sich abseits von zu engen Genregrenzen. Statt dumpfen Rumgeböller mit monotonen Grunzeinlagen wechselt man öfters das Tempo und schafft durch den Einsatz klassisch angehauchter Gitarren und Keyboards teilweise eine düstere und melancholische, fast Black Metal- artige, Atmosphäre – z.B. „Inception of Decay“ oder das aus dem Rahmen fallende „In Extremis“. Passend dazu verleihen die teils von Lovecraft und Poe inspirierten Texte dem Ganzen noch das gewisse morbide Element. Ansonsten ist die Verwurzelung in der Death Metal Szenerie jedoch unverkennbar, und ich könnte fast wetten, dass die Jungs damals schon „Bolt Thrower“ gehört haben. Gerade bei dem Stück „Crygenisis“ kann ich mich dieses Gefühls nicht erwehren. Über das Riffing und das Schlagzeugspiel lässt sich auch nur Positives verlieren. Verpackt in einer zeitgemäßen Produktion würde ich jetzt wahrscheinlich über den „fetten Sound“ sinnieren, so muss ich allerdings hinnehmen, dass es nicht gar so „knallt“. Was bleibt ist ein überdurchschnittliches Demo-Album, das einen Ausschnitt aus der damaligen Szene abgibt und auch heute noch ein paar Liebhaber finden sollte.

20.01.2003

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