Seven Witches - Year Of The Witch

Review

Der Vergleich zwischen „Jag Panzer“ und Seven Witches mag zwar musikalisch etwas hinken, was die Vergangenheit und die Präsenz in den Medien angeht, so gibt es einige Parallelen zwischen beiden Kapellen. Trotz herausragender Alben wie „Passage To The Other Side“ oder „City Of Lost Souls“ wird wohl auch der aktuelle metallische Geniestreich in der Versenkung verschinden, ohne dass die Öffentlichkeit sonderlich Notiz davon nehmen wird. Hinter dem neuen Album um „Ex-Savatage“ Klampfer „Jack Frost“ steht ein aus mehreren Songs verknüpftes Konzept, welches merklich im Kontrast zu den bisherigen Alben steht. „Year Of The Witch“ hat eine deutlich dunklere Färbung bekommen und spielt gekonnt seine Stärken im Songwriting aus, das größtenteils der Feder von „Joey Vera“ entstammt, welcher allerdings zugunsten einer Liaison mit „Anthrax“ vorerst sein Engagement stark eingeschränkt hat. Im direkten Vergleich zu den bisherigen 4 Alben der Hexen ist „Year Of The Witch“ wesentlich filigraner ausgefallen, jedoch keine Spur softer. Schon der Opener „Metal Asylum“ drückt dem Hörer den unverkennbaren Sound von Seven Witches ins Ohr. Allerdings setzten auch Seven Witches auf das Erfolgskonzept „Ballade kann nicht schaden“ und verbraten mit „Can’t Find My Way“ ein Exemplar dieser Gattung auf „Year Of The Witch“. Aber keine Angst, Seven Witches beschränken den Schnulzenanteil auch auf diesen Song. Ein ganz besonderes Moment des Albums ist „Jacob“, ein in mehreren Teilen gestaltetes 17-minütiges Epos. In diesem Song vereinen sich sowohl instrumentale als auch gesangliche Höchstleistungen. Der Song schafft ein ganz intimes Verhältnis mit dem Hörer, hervorgerufen durch sehr persönliche Passagen. Insbesondere Sänger „James Rivera“ überzeugt mit seinem Können und erweist sich als einer der Führenden seiner Profession. Es ist wirklich zum Heulen, wenn man ein derart starkes Album hört und dabei an die Resonanzen denkt, die die Scheibe wohl bekommen wird. „Year Of The Witch“ ist leider ein weiterer Beweis dafür, wie ein superb produziertes Album, mit erstklassigem Songwriting vergeblich um die Gunst der Hörerschaft ringen wird. Alleine schon der Ausnahmesong „Jacob“ rechfertig, die Existenz der Scheibe, auch wenn nicht alle Stücke das extrem hohe Niveau von „Jacob“ halten können. Ich kann nur hoffen, dass die Band endlich das nötige Echo bekommt, denn auch ich war nicht wirklich mit der Musik der Jungs vertraut und durfte mich Gott sei Dank eines Besseren belehren lassen. Das Schöne dabei ist allerdings, dass ich nicht durch überzogene Werbefeldzüge fast eine Gehirnwäsche bekommen habe, sondern mich die Jungs schlicht mit guter Musik gefangen haben.

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04.10.2004

Der metal.de Serviervorschlag

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