Shadowrun - Im Schatten der Drachen

Review

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Wer sich das Grundregelwerk des Cyberpunk-Rollenspiels SHADOWRUN reingezogen hat, will sicher gerne mit einem ersten Run durchstarten. „Im Schatten der Drachen“ soll dafür die erste Anlaufstelle sein. Die vier Szenarien, die der deutsche Publisher Pegasus Spiele produziert hat, drehen sich um – man kann es erraten – geheimnisvolle Drachen, deren Machenschaften und Intrigen hinter den Kulissen der Sechsten Welt.

Moment: Drachen in einer Cyberpunk-Welt? Wer mit SHADOWRUN nicht vertraut ist, mag nun ins Stutzen kommen. Doch was auf den ersten Blick widersprüchlich erscheint, ist in dieser Spielwelt stimmig. Denn zwar spielen die Abenteuer von SHADOWRUN in einer hochtechnisierten Dystopie, in der Cyborgs, Drohen und eine virtuelle Matrix zum Alltag gehören, aber ebenso tummeln sich Schamanen und Magier, Elfen und Orks, Seher und Verfluchte in der magisch erwachten Welt des Jahres 2080.

Eingeleitet wird „Im Schatten der Drachen“ von einigen allgemeinen Hinweisen, die Einsteiger/innen abholen sollen. Die allgemeinen Tipps zum Spielleiten sind zwar sehr knapp ausgefallen, sind aber auch nur ergänzend zur Lektüre des Grundregelwerks gedacht. Alle Szenarien spielen in Deutschland und bringen die Spielfiguren auf ganz unterschiedliche Weise mit Drachen und ihren Dienern zusammen.

„Im Schatten der Drachen“ vereint vier unterhaltsame Szenarien

In „King Of The Hill“ werden die Runner zu Leibwächtern einer mysteriösen aber wohlhabenden Frau, die in einem alten fränkischen Schloss lebt. Die junge Dame fürchtet sich vor den Attacken eines undurchsichtigen Gegners und zahlt gut für den Personenschutz. Erst nach und nach schälen sich in diesem linearen Szenario die wahren Hintergründe der Angriffe heraus. Diese enthüllen sich im wesentlichen ohne das Zutun der Runner, die mit der Verteidigung der Burg aber auch alle Hände voll zu tun haben sollten. Wer seine Einstiegsrunde mit knallharter Action vor einer historischen und geheimnisumwitterten Kulisse unterhalten möchte, findet hier Stoff für ein bis zwei turbulente Spielabende.

„Alte Bücher“ ist ein klassisches Heist-Szenario, das die Runner aus der Region Frankfurt bis nach Konstanz und an die Tore der römisch-katholischen Kirche führt. Aus einem Kloster sollen sie eine mittelalterliche Handschrift über den Drachentöter St. Georg stehlen. Der Auftrag entpuppt sich jedoch als etwas kniffliger als gedacht, da übernatürliche Wesenheiten die Situation verkomplizieren. Wie der Diebstahl ablaufen soll, können die Spieler/innen offen gestalten, auch wenn die Möglichkeiten überschaubar sind.

Bei „Auf eisigen Gleisen“ arbeiten die Runner für den Megakonzern Saeder-Krupp und sollen in einem fahrenden Zug eine etwas ungewöhnliche Entführung durchführen. Wo hierbei der Drache steckt? Nun, S.-K. wird vom alten Drachen Lofwyr geleitet, dessen Pläne weitreichender als das deutsche Bahnnetz sind. In diesem linearen Kammerspiel müssen die Spielfiguren also doppelt vorsichtig sein. Denn die Aufmerksamkeit eines Drachen wünscht sich kein Shadowrunner.

„Bilder im Kopf“ schickt die Spielfiguren auf die Suche nach einem abtrünnigen Söldner, der über Informationen verfügt, die für mehrere Parteien interessant sind. Wer sie in seinen Besitz bringt, mag ein sorgsam gehütetes Geheimnis der Drachen lüften, weswegen an dieser Stelle auch nicht weiter darauf eingegangen werden soll. Das übersichtliche Szenario ist zwar weniger spektakulär als seine Relevanz für den Metaplot der Spielwelt, sollte aber für einen unterhaltsamen Spielabend genügen.

Vier gute Szenarien für den Einstieg in SHADOWRUN

Alle Szenarien in „Im Schatten der Drachen“ sind einstiegsfreundlich und übersichtlich. Nützliche Handouts und detailreiche Karten der Locations sollten für die Spielleitung keine Wünsche offen lassen. Außerdem geben sie einen guten Einblick in die Spielwelt von SHADOWRUN, da sie stellenweise die Besonderheiten dieser fiktiven Version der Jahres 2080 gut verdeutlichen. Zum einen werden die Umtriebe der Megakonzerne gut dargestellt, zum anderen aber auch die übernatürlichen Elemente wie Magie, Geister – und eben Drachen.

Da die vier Szenarien alle in der gleichen Region spielen oder dort beginnen, können sie leicht zu einer kurzen Kampagne rund um die Region Groß-Frankfurt gesponnen werden. Diese Möglichkeit scheinen die Autoren aber aber nicht ganz zu bedacht zu haben, denn eine kurze Spielhilfe zur Region hätte den Band somit abgerundet.

Auch wenn „Im Schatten der Drachen“ für SHADOWRUN-Veteranen/innen trotz interessanter Plot-Ideen nur einige Fingerübungen beinhaltet, kommen Einsteiger/innen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Wer (noch) nicht mithilfe der Tabelle und Vorschläge aus „Hinter dem Vorhang“ ein eigenes Abenteuer gestalten möchte, findet in „Im Schatten der Drachen“ vier abwechslungsreiche und mehr als solide Szenarien.

Der Soundtrack zur vercyberten Drachenhatz: PRIMAL FEAR – Metal Commando / THE LION’S DAUGHTER – Skin Show / HIDEOUS DIVINITY – LV-426

Würfeln und blättern, statt lauschen und headbangen – In der Rubrik „Dice ‚em All“ stellen wir euch ausnahmsweise keine Musik vor, sondern Rollen- und Brettspiele.

11.05.2021

Der metal.de Serviervorschlag

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