Sieges Even - Uneven (Re-Release)

Review

So wie „Sophisticated“ war auch „Uneven“ einige Jahre lang völlig vergriffen und für SIEGES EVEN-Fans nur zu Wucherpreisen via Ebay zu beziehen. Nun, zehn Jahre nach der Erstveröffentlichung, liegt die Neuauflage von „Uneven“ vor, die – wie bereits der „Sophisticated“-Re-Release – komplett auf Bonus-Tracks verzichtet, für Progressive-Fans, die dieses Album noch nicht im Schrank stehen haben, aber natürlich dennoch interessant ist.

Musikalisch haben SIEGES EVEN im Vergleich zum Vorgänger noch einmal eine deutliche Schippe draufgepackt. Metallischer, schneller und aggressiver klingt „Uneven“, vor allem aber kann Sänger Greg Keller einen gewaltigen Fortschritt verzeichnen. Hier fügt sich seine Stimme harmonisch ins Gesamtbild ein und klingt nicht mehr wie ein Fremdkörper in den Kompositionen.
Sehr theatralisch klingen die acht Kompositionen und klingen so stark nach QUEEN, wie es ein metallisches Progressive-Album nur tun kann. Die Platte klingt wie aus einem Guss und macht es dem Rezensenten nicht leicht, einzelne Lieder besonders hervorzuheben. Am besten, man lässt das Gesamtwerk auf sich wirken, das nur selten mit übertriebenen Frickelorgien nervt und meistens eine angenehm warme und organische Atmosphäre atmet.

Als Kuriosität kann man den „Trainsong“ bezeichnen, der in textlicher Hinsicht wohl als vertonte Banalität durchgehen muss und sich hart an der Grenze zur Ereignislosigkeit bewegt. Wer schon immer gerne ein Lied darüber hören wollte, wie es ist, wenn man einen Zug verpasst und am Bahnhof auf den nächsten wartet, wird begeistert sein.
Um dem Lied aber eine wie auch immer geartete Aussage zu verpassen, wären mindestens ein herrenloser Bombenkoffer oder ein Besuch bei der örtlichen Bahnhofsmission nötig gewesen. So gestaltet sich der Text aber in etwa genauso spannend und zielgerichtet wie der endlose Tarifstreik bei der Deutschen Bahn.

Zum Glück handelt es sich hierbei aber um eine Ausnahme und der Ich-zieh-mein-eigenes-Ding-durch-Opener „Disrespectfully Yours“, die Ende-einer-Beziehungs-Kiste „Scratches In The Rind“ oder das Wie-kann-Gott-so-etwas-zulassen-Klagelied „What’s Up God?“ haben tatsächlich eine Aussage an den Mann zu bringen.
Ansonsten befanden sich SIEGES EVEN mit diesem Album ohnehin auf einem guten Weg und zeigen sich den meisten deutschen Progressive-Bands um mehrere Nasenlängen voraus. Auch heute noch lohnt es sich, hier einmal reinzuhören.

01.11.2007

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