Silver Lake By Esa Holopainen - Silver Lake By Esa Holopainen

Review

Soundcheck Juni 2021# 5

Die Corona-Pandemie hat selten etwas Positives hervorgebracht. In diesem Fall ist es zutreffend – Esa Holopainen, Gründungsmitglied, Gitarrist und Songwriter bei AMORPHIS, hatte auf einmal viel Zeit und nutzte diese kreativ, um sein Soloprojekt SILVER LAKE BY ESA HOLOPAINEN voranzubringen.

SILVER LAKE BY ESA HOLOPAINEN – die Nebenspielwiese des AMORPHIS-Gitarristen Esa Holopainen

Die Idee zu einem Soloprojekt trug Esa Holopainen schon lange mit sich, über die Jahre schrieb er viele Songs, die nicht zu AMORPHIS gepasst hätten, aber der stets prall gefüllte Zeitplan von AMORPHIS ließ das weitere Betreiben nicht zu. Dann kam Anfang 2020 der Anruf von Produzent Nino Laurenne und das Projekt kam zum Laufen. Laut Esa war es zu Anfang noch nicht klar, ob die Musik instrumental bleiben soll. Zum Glück hatte sich Holopainen aber dazu entschlossen, mit diversen Sängern, in diesem Fall bekannte Szenegrößen, zusammenzuarbeiten. Und ebenfalls zum Glück handelt es sich nicht um so ein typisches Gitarrensoli-Shredder-Gefrickel-Overkill Werk, tatsächlich ging der Gitarrist sehr songdienlich vor. Und auch wenn man natürlich die Handschrift des Gitarristen kennt, klingen die Stücke von SILVER LAKE BY ESA HOLOPAINEN eben nicht nach AMORPHIS, zumeist zumindest.

„Silver Lake By Esa Holopainen“ beginnt mit dem instrumentalen Intro „Silver Lake“ das mit Akustikgitarre, Piano und gefühlvollem Gitarrensolo gleich Atmosphäre aufbaut. Im melancholischen Prog-Rock-Stück „Sentiment“ hören wir die charismatische Stimme von Jonas Renkse (KATATONIA) sowie die Flöte von Janne Huttunen, was dem Ganzen etwas Folk hinzufügt. Natürlich hat das Stück alleine schon aber eben nicht nur durch diese Stimme eine Nähe zu KATATONIA. Im erhabenen „Storm“ wechselt die Musik zum Classic Rock der sich beständig steigert, den Gesang liefert hier Håkan Hemlin (NORDMAN). Es wird mit dem beschwingten „Ray Of Light“ deutlich poppiger im Stil der Achtziger, Einar Solberg (LEPROUS) singt, dazu Synthiesounds und Schlagzeugbeats von Gas Lipstick (HIM).

Das düstere „Alkusointu“ lebt von der eindringlichen, erzählerisch-sonoren Darbietung des finnischen Sängers, Kabarettisten und Schauspielers Vesa-Matti Loiri, seine eindringliche, tiefe Stimme in Verbindung mit den doomig schweren Gitarrenriffs ist ein starker Kontrast zur vorherigen Popnummer. Es folgen Saxofon, Gitarre, Keyboard, Kantele, Doom und Psychedelic Rock verschmelzen. Jetzt aber – „In Her Solitude“, grooviger Metal durch und durch, wird gesungen von AMORPHIS-Bandkollege Tomi Joutsen mit seinen deftig dunklen Growls in Kontrast zum leichteren Hintergrundgesang von Netta und Nino Laurenne, die Stimmungen wechseln, von harten Riffs zu feinen Akustikpassagen. Klar, das Stück schlägt am ehesten von allen die Brücke zu AMORPHIS. Das aufgekratzte „Promising Sun“ hat den Klargesang von Björn „Speed“ Strid (THE NIGHTFLIGHT ORCHESTRA, SOILWORK), richtig gut wird es aber erst wieder mit „Fading Moon“ und der zauberhaften Anneke Van Giersbergen, stilistisch irgendwo zwischen Achtziger-Pop und folkigem Metal. Zum Schluss darf auf „Apprentice“ nochmal Jonas Renkse mit seiner melancholischen Stimme ran und bietet so etwas wie die Fortsetzung von „Sentiment“.

Tausend Ideen von den tausend Seen

Es ist schon erstaunlich, was Esa alles auf „Silver Lake By Esa Holopainen“ miteinander kombiniert. Seien es die verschiedenen Sänger und Sängerinnen mit ihren unterschiedlichen Stimmfarben. Seien es die verschiedenen Genres, die miteinander verschmolzen werden. Und dann das passende Zusammenspiel von allem im jeweiligen Stück. Dabei wirkt es trotz der Vielschichtigkeit und Diversität in sich geschlossen, ungezwungen und organisch. Zusammengehalten von einer grundsätzlich eher melancholischen Atmosphäre und tollen Melodien. So ganz kann er eben doch nicht aus seiner Haut, der Finne, der Gitarrist von AMORPHIS.

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25.05.2021

Geschäftsführender Redakteur (News-Leitung)

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