Soaring - Analog Distress

Review

Mit einer recht eigenwilligen Melange aus Nu-Rock, Prog-Rock und purer Melancholie verwirren die Hannoveraner SOARING auf ihrem Album „Analog Distress“. Die Verwirrung lässt aber schon bald nach, denn das Quartett macht sich nicht nur eigenständig, sondern auch recht eingängig ans Werk und so erschließen sich die dreizehn Songs schon nach kurzer Eingewöhnungsphase.

Ob es sich bei „Analog Distress“ um das Debütalbum der Band handelt, kann ich aufgrund des etwas spärlichen Webauftritts der Band leider nicht sagen, ich vermute aber mal, dass die auf der Bandhomepage angegebenen Releases Demos sind und „Analog Distress“ der erste Labelrelease für Sonic Revolution darstellen dürfte. Wie dem auch sei, der Vierer führt den Hörer auf diesem Werk in eine Welt ein, die zwar auf altbekannte musikalische Formen setzt, in ihrer Zusammensetzung aber dennoch ungewöhnlich ist. Hier trifft heavy riffender Nu-Rock auf progressive Strukturen mit Ausflügen in den Alternative-Sektor. Überaus präsent ist aber vor allem die melancholische, verträumte Seite der Band, die man dann auch ganz gerne mit den harscheren Momenten ihres Tuns kontrastiert. Bestens als Anschauungsunterricht geeignet sind der Opener „Start Again“, „Life Is Killing Me“ oder „Shades Cover You“, alles heavy rockende Stücke, die durch ihre wunderschönen, atmosphärischen Refrains sofort zum Relaxen einladen. Die Band agiert oft im akustischen Bereich, klimpert nicht selten auf dem Piano rum und erinnert nicht zuletzt deshalb auch oft an neuere ANATHEMA. Progressiver gehts da in einem formidablen Track wie „The Only Ones“ zu, welcher ebenfalls ein Piano im Intro enthält, dann aber von einem supergeilen Break mit südländisch anmutenden Gitarren aufwartet, sich in harmonischen Gitarrenmelodien verliert und mit einem auch härtetechnisch angezogenen Finale aufwartet. Ein Highlight!

Auch wenn die Band selbst den Terminus Gothic als Einfluss benutzt, würde ich das eher als melancholisch bezeichnen. SOARING sind definitiv mehr DEPECHE MODE als LACUNA COIL, HIM, ENTWINE etc. In den progressiveren Momenten gleicht man am ehesten noch den früheren PORCUPINE TREE-Werken. Der große Schwachpunkt eines ansonsten sehr interessanten Albums ist der Gesang von Stephan Kohser. Sorry, aber die Vocals sind null abwechslungsreich, wirken völlig leblos und irgendwie etwas amateurhaft. Ich zumindest kann damit gar nix anfangen. Vom rein musikalischen Standpunkt aus gesehen aber eine gelungene, beachtenswerte Scheibe.

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05.05.2009

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