Souldrainer - Architect

Review

„Good artists copy, great artists steal.“ (deutsch: „Gute Künstler kopieren, wirklich gute Künstler stehlen.“) Nach Pablo Picasso sind SOULDRAINER, beziehungsweise ihre neue Veröffentlichung, demzufolge gut. Warum gut? „Architect“ klingt von der ersten bis zur letzten Minute nach einer detailreichen aber gelungenen Kopie eines HYPOCRISY-Albums, das vor 5 Jahren vergessen wurde veröffentlicht zu werden. Behäbiges Midtempo an der einen Ecke, melodischer Breitwand-Sound, Keyboards und Krächzereien bis hin zu tiefem Growling an der anderen. Wenn wir mal ehrlich sind, ist das Rezept zumindest an der vergleichbaren Erfolgsfront sehr ergiebig, wieso sollte es dann nicht auch mal eine andere Band nutzen? Nun, die Nachteile einer solchen Umsetzung liegen klar auf der Hand: Ureigene Stärken und Wiedererkennungswert? – Leider Fehlanzeige.

Die große Frage ist nun, ob man einen Pausenfüller sucht, denn wem nach jüngsten Veröffentlichungen das Melodic-Death-Metal-Herz blutet, der kann wirklich frohen Mutes zugreifen: SOULDRAINER bietet mit „Architect“ nämlich ein Album ganz ohne Pop-Klänge und ohne Cleangesang. Ja, richtig gelesen, so etwas gibt es heutzutage wirklich noch! Man hat melodische und eingängige Refrains, die in gebührender Härte vorgetragen werden, und auch wenn es schon bei der vergleichbaren Band bemängelt wird, ist die leichte Eintönigkeit der gekrächzten Worte eigentlich genau das, was man haben will. Dass es dabei zusammenfassend leider nach einem recht vorhersehbaren HYPOCRISY-Zwilling klingt, ist zwar schade, aber im Prinzip ist die Musik, die da aus den Boxen knallt, eigentlich wirklich gut. Die Riffs sind melodisch, die Umsetzung auf den Punkt und Songs wie „Biological Experiments“, der Titelsong und „Nightmare Abduction“ klingen zwar, als hätte man sie irgendwo schon einmal gehört, machen aber richtig Spaß. Vielleicht ist hiermit ein Grundstein für die Zukunft gelegt, denn mit ein wenig mehr Eigenständigkeit und eigenen Ideen könnten SOULDRAINER sicherlich noch richtig überzeugen.

Um damit nicht nur mit einem Zitat zu starten, sondern auch mit einem zum Schluss zum kommen, ist an dieser Stelle der deutsche Schriftsteller und Lyriker Gregor Brand zu zitieren: „Es gehört zur Originalität unserer Zeit, dass die Kopien immer besser werden.“ Also aufgepasst, die Herren – merkt euch das für das nächste Album!

21.09.2014

The world is indeed comic, but the joke is on mankind.

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