SoulHealer - Up from the Ashes

Review

Finnischer Melodic Metal – wer denkt da nicht direkt an STRATOVARIUS? Den Herren von SOULHEALER, aus der im Land der tausend Seen gelegenen Kleinstadt Kajaani, geht es da wohl ähnlich. Die ein oder andere Scheibe der großen Vorbilder dürfte auf jeden Fall auf Dauerrotation im Player der Mitglieder gelaufen sein. Über neun Jahre Bandgeschichte und bereits vier Longplayer hinweg hatte man aber auch genügend Gelegenheit, über bloßes zitieren bekannter Landsleute hinaus zu kommen. Ob diese Gelegenheit auch genutzt wurde?

SOULHEALER – Endlich Zeit fürs Songwriting

Laut Aussage des Gitarristen Teemu Kuosmanen handelt es sich bei „Up from the Ashes“ um das erste Album überhaupt, bei dem man sich so richtig Zeit fürs Songwriting genommen und nicht zu sehr beeilt hat, um die Aufnahmen unter Dach und Fach zu bringen. Zumindest ein druckvoller Sound, der den Gitarren viel Raum gibt, konnte auf der neuen Langrille mit Hilfe von Produzent Janne Tolsa (TAROT, ETERNAL TEARS OF SORROW) schon einmal kreiert werden.

Der Titeltrack, der auch als Opener fungiert, zitiert dann direkt die Schweden von HAMMERFALL und sorgt für ordentlich Schwung in der Bude. Erdigere Nummern, wie das straighte „Pitch Black“, das eher an deutsche Kapellen wie ACCEPT oder auch PRIMAL FEAR erinnert, bieten genügend Abwechslung, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Zum Abschluss findet sich mit „Land of the Free“ sogar ein Fist-Raiser, der problemlos auch auf einem SABATON-Release stehen könnte. Für die eigentlichen Höhepunkte auf „Up from the Ashes“, zeichnet aber das Gitarrenduo Teemu Kuosmanen/JiiPee (ja, der nennt sich wirklich so) verantwortlich, vor allem mit teils anspruchsvollen Soli. Der erhöhte Zeitaufwand, der für das Songwriting veranschlagt wurde, führt insgesamt aber dennoch nicht dazu, dass allzu viele Songs dauerhaft im Gedächtnis bleiben.

Falsett für Arme auf „Up from the Ashes“

An dieser Stelle dürfte sich der geneigte Leser wundern, warum eigentlich die Leadstimme noch gar nicht thematisiert wurde. Nun ja… Das Organ von Frontmann Jori Kärki ist, gelinde gesagt, gewöhnungsbedürftig. „Ausdrucksstark“ oder auch „mit hohem Wiedererkennungswert“ war in Reviews zu vergangenen Alben von SOULHEALER gerne mal zu lesen. Das stimmt zwar sicherlich, auch kann der Mann grundsätzlich durchaus singen. Schön wäre allerdings, wenn er sich auf die Tonhöhen beschränken würde, die er auch beherrscht. Leider intoniert Herr Kärki häufig viel zu hoch und driftet dabei sogar immer wieder in Falsettgesang ab. Tatsächlich will dieser aber beherrscht werden. Einfach nur viel zu hohe Töne äußerst wackelig herauszupressen (z.B. am Ende von „Up from the Ashes“ und „Fly Away“) sorgt eher für unfreiwillige Komik. Da erklärt sich auch, warum die Vocals mit so viel Hall abgemischt wurden, dass man denken muss, der Sänger hätte bei den Aufnahmen in einer leeren Halle gestanden. Entsprechend sind die Kompositionen, in denen sich weitestgehend auf tiefere Töne beschränkt wird, fast immer diejenigen, die positiv herausstechen.

Natürlich hat „Up from the Ashes“ ein paar Highlights zu bieten, allen voran den extrem melodischen Ohrwurm „Fly Away“. Unter dem Strich bleiben aber auch viele Nummern, die zwar gut sind, aber eben auch nicht mehr. Kombiniert mit so einigem an Füllmaterial, in dem einfach zu wenig passiert („Sins of my Father“) und dem in vielen Passagen nervigen Gesang, kommen SOULHEALER auch mit dem vierten Album nicht über den Durchschnitt hinaus.

08.09.2018

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