Spine - Faith

Review

SPINE oder nicht SPINE, das ist aufgrund der heute vorliegenden Platte „Faith“ zwar ein schlechter Wortwitz aber dennoch keine unberechtigte Frage. Vier Jahre nach ihrem Debüt folgt nun Numero zwei, welches bei dem für die Hardcore-Szene nicht ganz unbekannten Bostoner Label Bridge Nine Records (u.a. AGNOSTIC FRONT) am 15.06.2018 erscheinen wird.

Schnelle Nummer mit Macken: „Faith“

„Faith“ legt einen unfassbaren Kaltstart hin. Anstatt gemütlich einladend, geht es hier direkt losbellend ans Eingemachte. Der Blick der nach einiger Zeit auf die Playlist fällt, bringt die Erkenntnis, dass ich mich nach wenigen Minuten Spielzeit schon beim dritten von neun Tracks befinde. Während sich andere Bands bei Minute 5:00-10:00 noch vollends ausgiebig in einem Intro baden, ist man bei SPINE schon mittendrin statt nur dabei. Hat „Faith“ also fast schon einmal durchgezockt. Die Jungs aus Kansas City setzen auf kurz und knapp. Aber auch gut?

„Faith“ bedeutet fieser Hardcore mit Punk-Klatsche. Wütend und zornig. Und klingt dabei immer wieder nach, ihren sicherlich großen Vorbildern von, INFEST. Allein die Vocals erinnern so stark an INFEST-Frontmann Joe Denunzio, dass man sie streckenweise miteinander verwechseln könnte. Der Sound ist definitiv keine Sache für Jedermann. Die Leadvocals sind ziemlich oft mit Gangshouteffekt oder einer Art Hall unterlegt. Fraglich, ob hiermit die Bösartigkeit mehr betont werden sollte.  Geht aber auf die Dauer eher auf die Nerven, als das es positive Auswirkungen hat und bedeutet auch aus meiner Sicht qualitative Einbußen beim Sound. Besonders in den Vordergrund spielen sich ehrlicherweise für mich bei „Faith“ die Gitarren, die einen netten Einfluss der Achtziger und Neunziger erkennen lassen.

SPINE: Feuer frei oder so ähnlich

Es gestaltet sich aber schwierig einen bis drei überragende Tracks aus „Faith“ herauszupuhlen, die sich durch Besonderheiten hervortun, da das ganze Ding aus einem Guss mit einer berstigen Geschwindigkeit und gleichzeitigen Monotonität über einen hinwegfegt. Bisschen wie ICE auf der Durchfahrt am Bahnhof. Plötzlich und ungeplant. Das Ding rast an dir vorbei. Und du stehst da. Haare verwuschelt. Verdattert.  Mehr aber auch nicht.

Nichtsdestotrotz wird auf „Faith“ nicht lange niedlich herumgezündelt sondern Hardcore mit Flammenwerfer-Attitüde geboten. SPINE wüten sich die Seele vom Leib. Ausgiebig. Das bleibt aber dann doch eher was für die eingesessene Hardcore-Fan-Riege. Für Neueinsteiger und „Mal-den -Fuß-Reinhalter“ ist das eher nichts. Dafür ist am Ende einfach nicht genügend Melodik, Dynamik und Abwechslung an Bord.

SPINE oder nicht SPINE. Bleibt für heute einfach mal so stehen.

 

 

 

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30.05.2018

It`s all about the he said, she said bullshit.

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