Stortregn - Impermanence

Review

Irgendetwas muss sich in den Schweizer Gebirgswässern befinden. Es kann doch kaum ein Zufall sein, dass immer wieder technisch hochwertige Bands aus dem kleinen Neutralstaat im Herzen Europas kommen? In den 80ern führten uns HELLHAMMER/CELTIC FROST in den Black Metal ein. In den 90ern bewiesen SAMAEL, dass Black Metal sogar noch sehr gut um Industrial erweitert werden kann.

Und in den frühen 2000ern bewiesen ELUVEITIE, dass Folk Metal weit mehr als nur kitschiges Lagerfeuergedudel ist. Und dann sind da noch STORTREGN, die einfach aus dem Nichts kamen und schon seit ihrem ersten Album „Uncreation“ 2011 mit unglaublich hoher technischer Spielstärke aufwarteten. Und nebenbei HELLHAMMERs Geist mal eben mit deftigem Technical Death Metal veredeln. Fast so als gäbe es sie mal eben schon 30 Jahre.

Der Schwarze Tod ist ein reißender Gebirgsbach

STORTREGN gehören dankenswerterweise zu jenen Bands, die schon von Beginn an auf einem technisch sehr hohen Niveau gespielt haben, es aber im Verlauf ihrer 16-jährigen Karriere mit jedem Album immer weiter auszubauen, sodass der Hörer einfach nur immer wieder erschlagen wird.

Das liegt vor allem auch an der deftigen Mischung, die sie uns präsentieren. Es reicht ihnen nicht, den Hörer einfach nur mit gutem Technical Death Metal zu erschlagen, wie es ORIGIN, NILE oder ALLAGAEON und Konsorten machen. Nein, sie schaffen es, auch dabei dank intelligent verwobenen Black-Metal-Elementen auch immer eine Prise düsterer und fieser zu klingen. Zudem lockern sie die beim Technical Death Metal gerne auftretende Monotonie mit melodischen Elementen auf.

STORTREGN haben unbeständigkeit als Lebensziel

Wie der Titel ihres neu erschienenen Albums „Impermanence“ selbst reflektierend verrät, ruhen sich STORTREGN ungerne auf ausgetretenen Pfaden aus. Sie versuchen mit jedem Album die Grenzen ihres eigens geschaffenen Kosmos stetig zu erweitern. Wobei dies sehr hoch gesteckte Ziele sind, berücksichtigend, auf welchem Level sie sich mindestens schon seit „Singularity“ (2016) befinden. Die Erwartungen an ein neues Album von STORTREGN sind also auch von Hause aus sehr hoch.

Von der Quelle zur Mündung – „Impermanence“

Enttäuschung? Fehlanzeige! STORTREGN haben es auch auf Album Nummer Fünf geschafft, sich selbst noch einmal zu übertrumpfen. Präsentierten sie sich auf ihrem letzten Longplayer „Emptiness Fills the Void“ in reiner Technical-Death-Manier, kehren sie auf „Impermanence“ wieder ein paar Schritte zu ihren Black-Metal-Wurzeln zurück, ohne dabei an irgendetwas einzubüßen.

Sie schaffen es (gefühlt mühelos), die besten Momente all ihrer Alben in ein miasmisches Gesamtkonstrukt aus bergquellartig sprudelnden Ideen zu kombinieren. Klang das Vorgängeralbum zudem noch relativ trocken und nüchtern, ist „Impermanence“ mit einer dichten, warmen Atmosphäre gefüllt. Auch der Anteil der melodischen Parts ist wesentlich stärker geworden, was der düsteren Grundatmosphäre aber keinen Abbruch bereitet.

Es könnte der Verdacht aufkommen, sie haben sich ein paar extra dicke Scheiben Schweizer Brot von den Finnen MORS PRINCIPIUM EST abgeguckt. Somit haben STORTREGN wahrscheinlich dann auch das Genre des Melodic Blackened Technical Death Metal für sich beansprucht.

„Impermanence“ wird damit zu einer beeindruckenden Werkschau, die eine Band auf dem vorläufigen Höhepunkt ihres künstlerischen Schaffens zeigt und welches dank seiner schwarzen Wärme wie aus einem Guss wirkt. Es ist eines jener Alben, das von Anfang bis Ende gut durchhörbar ist und bei dem der Finger nach Abschluss wieder zur Repeattaste wandert. Ein absolutes Muss für all jene, die gerne wissen wollen, wie es klingen würde, wenn NE OBLIVISCARIS, MORS PRINCIPIUM EST, RIVERS OF NIHIL und ALLAGAEON sich auf einer Alm in der Schweiz eingeschlossen hätten.

Text: Tim Otterbeck

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05.04.2021

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