Taake - Kong Vinter

Review

Galerie mit 33 Bildern: Taake - Graveland Festival 2017

Einige Aktionen von Hoest waren schon höchst bedenklich, allen voran der 2007er-Aussetzer. Lang, lang ist’s her, doch ganz vergessen sollte man nicht. Die Meinungen hinsichtlich des Umgangs gingen schnell auseinander: Manche wollten die Kirche im Dorf lassen, andere wollten wie so oft im Black Metal ganz andere Dinge mit ihr machen und wieder andere hatten vor, einen Pranger zu errichten. Wir haben uns damals entschieden, in erster Linie die Musik von TAAKE zu bewerten. Daran hat sich nichts geändert. Also beleuchten wir eher, was Hoest zuletzt getan hat: beispielsweise alle Instrumente fürs siebte Album „Kong Vinter“ selbst eingespielt.

„Kong Vinter“ ist nicht gerade der King Kong in der TAAKE-Diskografie

Passend zum schicken Alte-Schule-Cover geht’s zu Beginn von „Kong Vinter“ zunächst in den Proberaum – von der Stimmung her. Der Sound ist zwar nicht zurück-, aber dankenswerterweise etwas hängengeblieben. Der erste Eindruck macht Laune, zumal der Opener, der mit einer reinen Basslinie startet, kurz vor Ablauf von Minute eins eine starke Melodie in den Vordergrund holt, die bis dato nur im Hintergrund lief. Danach folgt etwas uninspiriertes Akkord-Geschiebe, bevor der Song ab der Mitte einen klassischeren Touch erhält. Das alles ist gewohnt schwarzrockig, von der Geschwindigkeit her gemächlich und im Endeffekt doch eher spannungsarm.

Mehr Midtempo auf Album Nummer sieben

So bleibt es auch. „Inntrenger“ ist sehr im Midtempo verwurzelt, während die Gitarren zuweilen sphärischer agieren als in „Sverdets Vei“. Die ersten Töne von „Huset I Havet“ können kaum als Black Metal bezeichnet werden – die Gitarrenarbeit ist rockig, ok leicht düster, aber kaum bedrohlich, angriffslustig oder zermürbend … einfach nur rockig. Erst die Vocals ziehen den Song in die Dunkelheit, der gegen Ende dann doch mal aufs Gaspedal tritt und mit typisch norwegischem Schwarzmetall aufwartet. „Havet I Huset“ übernimmt diese Richtung, wird aber schon nach kurzer Zeit wieder gedrosselt. Ein langes Break lässt die Gitarren flirren, doch auch das haben wir schon zig Mal gehört. Also warten wir weiter auf ein echtes „Kong Vinter“-Highlight.

Steigerung am Ende, die nicht viel rettet

„Jernhaand“ lässt um die Liedmitte herum aufhorchen. Bislang haben die Nummern eher ein bedächtiges Schunkeln entlockt, jetzt wippt der Kopf endlich: Das Riff ist spannend und Humppa-Drums gehen sowieso immer. Besser spät als nie? Auch „Maanebrent“ überzeugt streckenweise – vor allem bei den Melodien. Das letzte Lied hat nicht nur den längsten Titel, sondern auch die längste Spieldauer. Irgendwie läuft es jetzt ein klein wenig besser. „Fra Bjoergegrend Mot Glemselen“ macht auch erst mal einen guten Eindruck, rutscht dann aber für einige Zeit Richtung Langeweile. Hier nehmen uns TAAKE auf eine qualitative Achterbahnfahrt mit. Wobei der Fokus schon recht konsequent bei belanglos liegt. Die Nummer kommt bis auf ein kurzes Gemurmel übrigens ohne Vocals aus. Nun, das war eher nichts, Hoest. In Ansätzen interessant, hier und da nett, zwar nie richtig schwach, aber auch kaum überdurchschnittlich.

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03.01.2018

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10 Kommentare zu Taake - Kong Vinter

  1. Heyna sagt:

    Damit ist zu dem Album auch alles geschrieben, was man wissen muss. Mag floskelhaft klingen, aber ich bin froh, dass das Album nicht nur mir nicht viel gab. Da fehlt einfach nahezu alles, was Taake auf „Nattestid“ oder „Bjoergvin“ ausgezeichnet hat. Wenn man deren Trademarks abzieht, ist Taake halt auch nur eine weitere beliebige norwegische Black Metal-Band. Schade, aber bei Hoest scheinen andere Dinge mittlerweile mehr Priorität zu genießen.

    5/10
  2. Sven sagt:

    Gehört, wahrgenommen…und wieder vergessen.

    5/10
  3. Maks sagt:

    welche dinge scheinen denn bei hoest mehr priorität zu geniessen?? mir ging es am anfang mit dem album ähnlich, nicht mehr als durchschnitt etc. mittlerweile mag ich es. besser als stridens hus und noregs vaapen.

    8/10
    1. Watzmann sagt:

      Vielleicht geht nur mir es so, aber das Review selbst finde ich bereits mehr als merkwürdig. Da wird jeder einzelne Song auseinander genommen und filetiert, aber wie das Album den nun wirklich klingt und welche Stimmung vermittelt wird, davon ist nichts zu vernehmen. Dieses auseinandernehmen einzelner Bestandteile des Albums spricht eher dafür, dass der Reviewer nicht in der Lage ist das Album adäquat zu beschreiben. Ahnung scheint er ja zu haben, sonst wären die einzelnen Verweise auf die älteren Alben kaum möglich.
      Anonsten stimme ich zu, das Album ist ziemlich langweilig. Aber auch die Produktion ist extrem langweilig, das klingt mir nicht nach Wald, Schnee und Watzmann, sondern scheint in einer sterilen Eisenfabrik fabriziert worden zu sein.
      Ich frage mich schon lange wer für Nattestid eigentlich tatsächlich in Persona verantwortlich war. Hoest hat seit dem Debuet nicht einmal auch nur ansatzweise etwas vergleichbar qualitativ hochwertiges fabriziert. Ein Klassiker für die Ewigkeit, alles danach kann man getrost vergessen.
      Etwas schade finde ich hie rbei metal. de, dass so ein Murks besprochen wird, aber von wirklich guten old-school Black Metal Alben vernimmt man hier wenig. Was ist mit der neuen Summoning oder Sun of the Sleepless?? Lasst uns doch an den genialen Black Metal Alben teilhaben, diese gehören ins Rampenlicht und gefördert!!

      4/10
    2. Heyna sagt:

      Beispielsweise Gorgoroth. Von Taake kommt seit Jahren nichts mit Relevanz. Stattdessen erscheinen solche Alben wie „Kong Vinter“, damit die Band irgendwie im Gespräch bleibt. Mir persönlich ist das zu wenig, dafür kommen einfach viel zu viele großartige Alben „kleinerer Bands“ im selben Genre raus.

      1. Wayne sagt:

        Die Post-Gaahl-Ära ist bis jetzt absolut belanglos.

  4. Ben sagt:

    Ich mag die Platte! Nicht ganz so gut wie Noregs Vaapen aber dennoch stark!

    8/10
  5. Micha sagt:

    Von Taake habe ich mich eher abgewandt. Die Klatsch-und-Tratsch-Skandale und das Islam-Bashing von Hoest fand/finde ich fragwürdig bis kotzreizauslösend; zudem ist die Musik in meinen Ohren qualitativ gesunken. Allerdings wollte ich einfach mal reinhören.

    Und heute habe ich auch reinhören können. Festzuhalten wäre: atmosphärischer, kälter, oldschooliger als die Vorgängeralben Noregs Vaapen und Stridens Hus – back to the roots sozusagen!

    Also 5/10 ist für mich etwas zu wenig. Ich tendiere zur 7.

    7/10
  6. Flint sagt:

    Hab glatt übersehen, dass es eine neue Scheibe von Taake gibt! Ich besitze zwar Stridens Hus, war aber nicht zu 100% überzeugt davon, so dass ich mir bei Kong Vinter eher wieder Hoffnung machte.
    Nun, kaufen würde ich mir das Album nicht – hier trifft die Kritik wirklich ins Schwarze (höhö). Hoest muss ja nicht wieder eine zweite Nattestid abwerfen, aber etwas qualitativ hochwertigeres wäre schon wieder angebracht. Für mich kommt nach dem durchwachsenen Vorgänger hier wieder ne Schaufel voll Mittelmaß, die zwar ein paar Highlights hat, mich aber insgesamt nicht überzeugt. Muss ich nicht zwingend haben.

    6/10
  7. nili68 sagt:

    Joa, geht schon, wenn man auf den Stil steht, aber supernötig ist norwegischer True Black Metal auch nicht mehr… so metalevolutionstechnisch gesehen… lol

    7/10