Tarja Turunen & Mike Terrana - Beauty & The Beat

Review

„Beauty & The Beast“ – davon können ihre ehemaligen Kollegen bei NIGHTWISH ein Lied sing… wie bitte? Ach so, es heißt natürlich „Beauty & The Beat“, das Projekt der finnischen Sangeselfe TARJA TURUNEN und des Amerikaners Mike Terrana, Schlagwerker, Stöckchendreher und Iroträger in Personalunion.

Warum geht’s? TARJA TURUNEN, Mike Terrana, ein Orchester und ein Chor geben zusammen zahlreiche Klassiker zum Besten. Wobei Klassiker durchaus alles meint, was man sich darunter vorstellen kann: Von einzelnen Stücken aus der Oper „Carmen“ über ein LED ZEPPELIN-Medley bis hin zu eigenen Stücken der Finnin ist so einiges vertreten, was Rang und Namen hat. Das Ganze wurde 2011 zum ersten Mal live umgesetzt, und zwar stilvoll im alten Amphitheater in Plovdiv, Bulgarien. 2013 tourte der Tross schließlich in unterschiedlichen Besetzungen, aber immer mit den beiden Hauptakteuren, durch die Opern der ganzen Welt. Die vorliegende Scheibe wurde schließlich in Zlin in Tschechien mitgeschnitten und kommt als Doppel-CD oder DVD bzw BluRay in die Läden.

Instrumental umgesetzt wird das Ganze von Orchester und zumeist abwechselnd von TARJA TURUNEN und Mike Terrana – gerade bei den klassischen Liedern und Stücken singt mal sie, mal spielt er Schlagzeug. Wobei TARJA mit ihrer klassisch ausgebildeten Stimme in dieser Konstellation einen natürlicheren Part einnimmt als der blondierte Drummer. Immerhin sorgt er durch sein gleichermaßen virtuos wie krachiges Schlagzeugspiel, dass die Stücke niemals in liebliche Seichtigkeit abdriften. Rondo Veneziano klingen definitiv anders, und das ist gut so.

Höhepunkte gibt es im ersten Teil reichlich: Bach, Strauss, Mozart, Rossini, Dvorák heißen die Komponisten, „Blute nur“, „Barber of Seville“, „Can-can“, „William Tell Overture“ und „Eine kleine Nachtmusik“ die dargebotenen Stücke bzw. Gesamtwerke. Der zweite Teil besteht aus den zeitgenössischen Stücken, von denen „The Reign“ aus TARJAs Feder sowie „Swanheart“ von ihren ehemaligen Bandkollegen NIGHTWISH hervorstechen. Oder „Fly Me To the Moon“ von Fankie-Boy Sinatra.

Bei der Umsetzung mag man monieren, dass Mike Terrana seinem Schlagzeug eine allzu mechanische Krachigkeit entlockt, aber letztlich fügt sich das zu den ebenfalls nicht undynamischen Passagen der klassischen Musik. Passt also, irgendwie. Man mag auch monieren, dass manche Opernsänger einfacher zu verstehen sind, beispielsweise bei den deutschen Texten, aber auch das sind eher Nuancen. Somit ist „Beauty & The Beat“ ein ziemlich unterhaltsamer Rundgang durch die Welt der Klassik und zeitgenössischen Musik, dessen verbindendes Element die Besetzung und somit der „Sound“ ist. Aber egal, welches der insgesamt 21 Stücke man jetzt rauspickt: Ein Faible für TARJAs klassischen Gesang, bekannte Melodien und zeitlose Evergreens sollte man schon mitbringen – merke: auch klassische Musik hat „Hits“ hervorgebracht. Musikalisch betritt „Beauty & The Beat“ also keine unbekannten Pfade.

Neben der Doppel-CD gibt es die ganze Show auch als DVD oder Blu-Ray – wobei TARJA-Fans dieses Format vorziehen sollten: Nicht nur, weil die Bildqualität und die Schnittfolge vorbildlich sind, auch ist es TARJA selbst mit ihrer Mimik, die dem Ganzen den entscheidenden Kick gibt. Und zu sehen, wie Mike Terrana in schönem Opernhallenambiente abgeht wie der Drummer aus der Muppetshow, ist ebenfalls mehr als nett. Vor allem versteht man das dahinterstehende Konzept noch besser, diesen Hybrid aus Klassikkonzert und Rockshow. Nettes Projekt!

17.06.2014

- Dreaming in Red -

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