Temple Of Dread - Dreadspawn Dominion

Review

Man möchte es ja kaum glauben, aber TEMPLE OF DREAD veröffentlichen mit „Dreadspawn Dominion“ bereits ihr sechstes Studioalbum. Natürlich hat die Band in Insiderkreisen nicht nur einen gewissen Stellenwert, weil Jens Finger (SLAUGHTERDAY) das Mirko malträtiert und Soundlodge-Chef Jörg Uken hinter der Schießbude sitzt.

TEMPLE OF DREAD sind ungestüm und melodiös

Nach einem zarten Intro an der akustischen Gitarre, zetert „Dreadspawn Dominion“ direkt mit dem Titeltrack los, der gewohnt bösartig kommt und gleichzeitig mit ein paar schönen Melodiebögen verziert ist. „Born To Rot“ stampft im Anschluss ordentlich und schleppend die Eingeweide der Hörerschaft durcheinander, wobei die Schlagzeugarbeit bemerkenswert tight ist.

Ansonsten versprühen die Songs auf „Dreadspawn Dominion“  wunderbar oldschoolige Death-Metal-Vibrationen („Hybrid Horde Eternal“), sodass man selbst im heimischen Wohnzimmer die Locken tanzen lässt. Das treibt ordentlich an und setzt sich übrigens auf der Bühne ungestüm und vergnüglich fort. TEMPLE OF DREAD sollte man nicht verpassen, wenn sie in der Nähe einen Gig spielen. Aber das nur am Rande.

„Dreadspawn Dominion“ ist eiskalt wie der Winter

Vielleicht liegt es daran, dass die Band in Hauptteilen aus Ostfriesland stammt. Aber Freude und Herzenswärme strahlt die Platte bis zuletzt nicht aus und versorgt uns genreübergreifend gar mit black metallischer Atmosphäre und Kälte. Man spricht auch gerne von nordischer Coolness. „Death March“ könnte beispielsweise pfeilgerade aus der Feder von SATYRICON stammen und erinnert unwillkürlich an „Black Crow On A Tombstone“. Das macht den Track tatsächlich zum Highlight des Albums.

Das folgende „Blood Pyre“ hält im Auftakt heulende Gitarren bereit, die man vielleicht schon einmal von einer gewissen Thrash-Band aus Huntington Park, Kalifornien gehört hat. Schnell entfaltet das Stück aber wieder einen Mix aus tragender Atmosphäre und rhythmusbetontem Death Metal. Stark.

Letztlich bieten TEMPLE OF DREAD mit „Dreadspawn Dominion“ keine leichte Kost und werden der Schublade Death Metal in allen Belangen gerecht. Es wird geballert, es wird geätzt und mit „Rites Of Blaphemy“ wird auch ein altes Klischee bedient. Was die Platte so interessant macht, ist der Flirt zwischen Antike und Moderne und dass die Stilwechsel kaum merklich und dann doch mit voller Wucht einsetzen. Trotzdem dürfen TEMPLE OF DREAD noch mutiger werden und dynamischer ans Werk gehen und ein paar Downer-Parts einbauen. Auf die gesamte Spieldauer von etwa vierzig Minuten lässt die Band uns kaum Zeit um runterzukommen.

26.08.2026

Left Hand Path

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