The Devil Wears Prada - Color Decay

Review

Galerie mit 20 Bildern: The Devil Wears Prada auf dem Knockdown Festival 2019

Die Entwicklung der amerikanischen Metalcore-Band THE DEVIL WEARS PRADA hat sich in den letzten Jahren nicht unbedingt abgezeichnet. Noch mit dem letzten vollwertigen Album „The Act“ schien es als sei man nun verstärkt in rockigeren Gefilden, denn im klassischen Metalcore unterwegs. Die im Jahr 2021 folgende EP „ZII“ war dann hingegen ein düsteres Manifest, das im Hinblick auf den chronologischen Werdegang der Truppe wieder deutlich mehr Augen im Hinterkopf hatte. Mit „Color Decay“ verschmelzen diese Tage Versatzstücke beider Welten, auch wenn musikalisch am Ehesten noch der Vergleich mit dem letzten Langspieler gelten darf.

„Color Decay“ ist der Schmelztiegel der letzten Jahre

Der Opener „Exhibition“ kommt zunächst im typischen Screamo-Korsett mit dynamischen Riffs und elektronischen Passagen, die in allen Linien darauf hinspielen, einen Earcatcher-Refrain einzuleiten. Gerade in der ersten Hälfte von „Color Decay“ geht dieser Schlachtplan von THE DEVIL WEARS PRADA herausragend auf. Das nachfolgende „Salt“ hat eine wahnsinnig fette Bridge, erneut inklusive absolut eingängigem Refrain. Gestützt wird dies durch einen mittlerweile absolut routinierten Leadsänger Mike Hranica, der insbesondere dann am stärksten wirkt, wenn er in seinen Screams etwas geschmeidiger agiert und damit eine Art Lückenfüller zwischen ebendiesen und Klargesang markiert.

Das Hitpotenzial schöpfen THE DEVIL WEARS PRADA auf ihrem Neuwerk auch im Folgenden hinreichend aus. Dabei variieren die US-Amerikaner in ihren Möglichkeiten durchaus, arbeiten etwa in „Noise“ mit wuchtigen Stampfparts oder drehen im ebenfalls starken „Time“ den strukturellen Aufbau eines Songs gewissermaßen um. Im letzten Drittel von „Color Decay“ geht die Metalcore-Combo dann erneut merklich experimenteller vor. Das Ganze beginnt mit „Twenty-Five“, dem wohl gesangstechnisch intensivsten und durchdringendsten Stück auf der gesamten Platte, das von einer rockigen Instrumentalfraktion begleitet wird.

Platz in der Champions League gesichert

„Fire“ ist dann so etwas wie eine Pop-Ballade, die aber unter dem Banner von THE DEVIL WEARS PRADA ebenfalls ziemlich gut funktioniert und in seiner Stimmung ein wenig an KATATONIA zu Zeiten von „Viva Emptiness“ erinnert. „Hallucinate“ hat einen unverkennbaren Industrial-Einschlag, behält aber trotzdem den Stempel der Macher. Den Abschluss bildet das etwas bizarr alternative „Cancer“, das den Gedanken des Schreibers bei der Todesnachricht einer geliebten Person thematisiert, wobei ebendieser hofft, dass es sich eben nicht um Selbstmord o.Ä. handelt.

Mit „Color Decay“ untermauern THE DEVIL WEARS PRADA abermals ihre Champions-League-Zugehörigkeit, was die Metalcore-Schublade betrifft. Was das neuste Album des Quintetts aus Ohio noch unter Beweis stellen muss, ist die Langzeitwirkung einer Scheibe, die vom ersten Durchlauf enorm leichtfüßig in die Gehörgänge schleicht. Da man sich hier aber keineswegs ausschließlich auf der Standardschiene befindet, sondern den eigenen Sound in verschiedenste Richtungen expandieren lässt, kann man nur guter Dinge sein.

Shopping

The Devil Wears Prada - Color Decay - Ultra Clear Vinyl [Vinyl LP]bei amazon29,99 €
07.10.2022

Der metal.de Serviervorschlag

Oder auch: "Wer 'Color Decay' von The Devil Wears Prada mag, wird auch das hier mögen." Lass andere Leser wissen, welche Platten sie noch anchecken sollten, wenn ihnen "Color Decay" gefällt.

Es gibt noch keine Empfehlungen zu diesem Album. Willst du die erste abgeben? Dann registriere dich oder logge dich ein.

Shopping

The Devil Wears Prada - Color Decay - Ultra Clear Vinyl [Vinyl LP]bei amazon29,99 €

Interessante Alben finden

Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 35174 Reviews und lass Dich inspirieren!

Nach Wertung filtern ▼︎
Punkten
Nach Genres filtern ►︎
  • Black Metal
  • Death Metal
  • Doom Metal
  • Gothic / Darkwave
  • Gothic Metal / Mittelalter
  • Hardcore / Grindcore
  • Heavy Metal
  • Industrial / Electronic
  • Modern Metal
  • Pagan / Viking Metal
  • Post-Rock/Metal
  • Progressive Rock/Metal
  • Punk
  • Rock
  • Sonstige
  • Thrash Metal

Kommentare