The Haunted - The Dead Eye

Review

Galerie mit 19 Bildern: The Haunted - Graveland Festival 2017

Huch? Hat hier tatsächlich das neue Album der Vorzeige-Thrasher THE HAUNTED seinen Weg in meinen CD-Spieler gefunden? Einzig das einfache aber prägnante Cover Artwork scheint auf die Schweden hinzuweisen. Denn auf „The Dead Eye“ bewegt sich alles langsamer, melodischer und abwechslungsreicher. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass kaum noch etwas direkt in die Fresse fährt, dass die bekannte THE HAUNTED-Aggressivität (nahezu) gänzlich ausgeblendet wurde, ja, man fast meint, ein Rockalbum der härteren Gangart vorliegen zu haben.

Wenn Bands mit fortgeschrittenem Alter in ihrem Schaffen etwas gemächlicher werden, ist dies kein Beinbruch – solange die Qualität sich nicht dem Tempo des Dargebotenen anpasst. Eingeleitet von einem Intro beginnt „The Dead Eye“ mit „The Flood“ relativ schnörkellos aber stimmungsvoll. Doch schon hier wird ein scharfer U-Turn in ruhigere Gefilde eingeleitet. „The Medication“ packt den Zuhörer mit seinem sehr verbindlichen Refrain. Spätestens beim vierten Lied, „The Drowning“, wird deutlich, dass THE HAUNTED ihre Songs wesentlich unvorhersehbarer gestalten. Dies kann jedoch nur dann als Pluspunkt gutgeschrieben werden, wenn das Material über den Refrain hinaus deutlicher zu packen weiß – und das ist bei „The Dead Eye“ nicht der Fall.

Vielmehr sucht der Hörer – im Wechselbad der Stimmungen und Schwingungen – stets nach dem roten Faden im Album, während er sich durch das teilweise weinerliche Gesangsschema Peter Dolvings, der trotzdem durch seine Variabilität seinen Stempel aufzudrücken weiß, wühlt. Die guten Ansätze zergehen im Gesamteindruck, lassen jedoch für die Zukunft hoffen, dass die Schweden – bei all der „Moderne“ – ihren hier begonnenen rockigen Thrash mit minimal progressiven Ansätzen spannungsvoller vortragen werden. Für die alteingesessenen Fans könnte dies jedoch der Genickbruch sein.

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09.12.2006

Der metal.de Serviervorschlag

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7 Kommentare zu The Haunted - The Dead Eye

  1. crypt sagt:

    Nicht vergleichbar, aber mit der aktuellen Amorphis mein persönliches Album des Jahres.
    Der Gesang von Peter Dolving ist unglaublich dynamisch, die Produktion von Tue Madsen ist das transparenteste und organischste, was man ungetriggert in dem Bereich zu hören bekommen kann (freue mich schon auf die neue Dark Tranquillity), Anders Björler zaubert mal wieder an der Gitarre, dass einem sehen und Hören vergeht und auch musikalisch wird jemandem, dem es um die Musik und nicht um das Image der Band geht, mehr geboten als vom Großteil der anderen Bands. Stilvoll…

    10/10
  2. Anonymous sagt:

    Man muss die Entwicklung von THE HAUNTED sehen, das alles hat sich bereits mit "Revolver" angeduetet und nun auf seinen Höhepunkt geführt! Ich bin wahnsinnig beeindruckt von der Lyrik Dolvings, die Stimme entführt mich ganz weit weg und strahlt soviel Gefühl aus! Die Instrumentalfraktion gehört sowieso zum Besten, was der moderne Thrash Metal zu bieten hat. Uneingeschränkte Begeisterung von mir für diese Band und ihren Werdegang! Volle Punktzahl!

    10/10
  3. deadwood sagt:

    Die platte wird überall niedergemacht, das mag ich nicht. Daher 10 Punkte, weil das Teil klasse ist….

    10/10
  4. candlemass666 sagt:

    Bin etwas ueberrascht das die gewachsene abwechslung und weiterentwicklung von The Haunted als ein negativ gewerted wird und gerade mal 6 punkte drinn waren. Ich muss sagen ich mag den abwechslungreichen Gesang und die Experimentier freude. Die Musik ist klasse und anspruchsfoll. Ich bin mit diesem Album zum ersten mal mit The Haunted in contact gekommen und nach dem schlechten review den ich nicht verstehen kann hab ich mir auch One Kill Wonder geholt. Quallitaet ist auch da zu hoeren aber The Dead Eye ist bei weitem unterhaltsammer wie das eintoenige gegreische vom vorgenger.
    Also ne gute 9 von mir

    9/10
  5. Anonymous sagt:

    Diese Scheibe hat Klasse, sie ist modern, hart, hat interessante Gitarrenparts, eine klare Produktion und viel Drive…
    Wenn modern, dann THE HAUNTED und nicht Pseudo-Neotrash-Zeux wie SOILWORK, ARCH ENEMY, MNEMIC und Epigonen.
    "The Crowning" ist z.B. ein äußerst gelungener Song voller Energie und der Refrain von "The Prosecution" gefällt mir auch besser als diese Riesenvarianten der Konkurrenz, von der geilen Gitarrenarbeit ganz zu schweigen. Und die alternativen Einsprengsel sind sehr intelligent in die Songs integriert, siehe z.B. "The Falling".
    Sie könnten mit DARKANE auf Tour gehen.
    Und könnten denen gefallen, die sowohl ARCTIC MONKEYS hören als auch AT THE GATES oder DARK TRANQUILLITY.
    Die Scheibe wächst. Immer noch.

    9/10
  6. Matthias sagt:

    "The Dead Eye" ist ein angepasstes Schnullialbum ohne Seele und ohne wirklich gute Ideen. Haben THE HAUNTED bereits mit "Revolver" ihre Linie aufgegeben, verkommen sie spätestens mit diesem Album zu einer kläglich mit allen Mitteln nach oben strebenden Band. Ein absolut überflüssiges, weil langweiliges Album. Zwar gegenüber anderen Bands noch im Mittelmaß anzusiedeln, aber für THE HAUNTED Verhältnisse ein glatter Schuss in den Ofen. Diese Band sollte ihren Namen ändern.

    5/10
  7. Anonymous sagt:

    Exellentes Album. Die Stimmung die rübergebracht wird ist wirklich klasse und vom riffing her immer noch the haunted nur weiter entwickelt und zumindest auf diesem album alles etwas ‚ruhiger‘.
    Hammer Scheibe! Wird auch nicht so schnell langweilig.

    9/10