The Haunted - REVOLVEr

Review

Galerie mit 19 Bildern: The Haunted - Graveland Festival 2017

THE HAUNTED scheinen seit „One Kill Wonder“ einen Narren an Wortspielen gefressen zu haben, denn auch der Name des neuen, (dank der Kreativladehemmung von SLAYER) in der Thrash-Szene wohl am heißesten erwarteten Albums setzt sich aus zwei völlig konträr laufenden Begrifflichkeiten zusammen, die gemeinsam eine Vielzahl von Interpretationen zulassen. Ernst gemeinte Vorschläge bitte an mich!
Zum Glück läuft die Musik, die mal wieder zu jeweils einem Drittel aus den Federn von Jensen und den beiden Björlers stammt, keineswegs gegensätzlich zur bisherigen Bandgeschichte. THE HAUNTED sind einfach ein Musterbeispiel dafür, wie man laufend Platten auf allerhöchstem Niveau veröffentlichen kann. Bestach das selbstbetitelte Debüt noch durch seine ungezügelte Brachialität und Wut, gesellten sich beim Nachfolger „…Made Me Do It“ verstärkt Melodien dazu, um im finalen Genickschlag „One Kill Wonder“ beides einzigartig zu verbinden. Auf „rEVOLVEr“ haben es die Jungs nun geschafft, sich wieder ein Stückchen weiter zu entwickeln. Neben brettharten Stakkato-Hassbatzen und Thrash-Salven allererster Güte („No Compromise“, „99“, „Sabotage“ oder der Oberhammer „Nothing Right“), sind diesmal ein paar Tracks enthalten, die erkennen lassen, dass diese Band songschreiberisch in den letzten Jahren um einiges gewachsen ist. Ein solch beklemmendes Stück wie „Abysmal“ oder verschärfte Rockeinflüsse wie in „Burnt To A Shell“ gab es vom AT THE GATES-Nachfolger bislang jedenfalls noch nicht zu bewundern.
Inwieweit der als Marc Aro-Ersatz wieder eingestiegene Peter Dolving dafür verantwortlich ist, lässt sich nur schwer sagen. Eines kann man jedoch in Stein meißeln: Seine stimmliches Spektrum ist wesentlich ausgedehnter als das seines Vorgängers, denn es reicht vom Hardcore-Brüllen bis hin zu dreckigem Rock-Gesang mit Ozzy-Feeling. Zudem ist mit „My Shadow“ der legitime Nachfolger zu „Forensick“ (vom ebenfalls von Peter eingesungenem Debüt) vorhanden, der es schafft, dessen dunkle Atmosphäre noch zu intensivieren.
Was soll ich noch groß sagen? THE HAUNTED untermauern einmal mehr ihren Ruf als unangefochtener Leader der Modern Thrash-Bewegung, in dem sie ein Album abfeuern, dass sie so erwachsen präsentiert wie noch nie, ohne die Brutalität und Intensität ihres Auftretens zu schmälern. Hier gilt nicht nur für die Thrasher, sondern für alle vom Hardcoreler über den Todesbleier bis hin zum Schwarzheimer: Pflichtkauf!

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4 Kommentare zu The Haunted - REVOLVEr

  1. hyphistos sagt:

    naja, kann mich dem review nicht anschließen. Den Sängerwechsel sehe ich nicht als Verbesserung – im Gegenteil… Der Gesang kommt in rEVOLVEr wesentlich weniger aggresiv rüber als noch in One Kill Wonder. Überhaupt war zweiteres insgesamt viel druckvoller, was bestimmt zu nem großen Teil am Gesang liegt, aber auch vom Riffing her kommt meiner Meinung nach keiner der Songs an z.b. DOA ran.

    Die Scheibe ist neben der neuen Amon meine zweitgrößte Enttäuschung in diesem Jahr, sie klingt mehr nach etwas härterem New Metal oder Hardcore oder wie das Zeug heißt (nicht das es mich interessieren würde) als nach ordentlichem, aggresiven Thrash, wie es noch der Vorgänger war. Wen interessiert da die stimmliche Vielfalt des Sängers, die cleanen Passagen klingen bis auf wenige Ausnahmen sowieso kacke und sind in nem Thrashalbum ohnehin nur ein geringer Anteil.

    6/10
  2. racer sagt:

    Die Platte killt amtlich!! Nur die Midtempo-parts könnten interessanter gestaltet werden.

    9/10
  3. basti sagt:

    Arschgeile Platte! THE HAUNTED machen hier meiner Meinung nach alles richtig und heben sich vom Thrash-Einheitsbrei ab! Dies mag der eine oder andere vl als weniger agressiv in den Hals bekommen, ich für meinen Teil finde THE HAUNTED so noch besser! Dolving macht am Mikro nen Bombenjob und über Herrn Jensen braucht man wohl kein Wort mehr zu verlieren….Klasse!!!

    9/10
  4. sickman sagt:

    Die ersten Verschleißerscheinungen im Hause THE HAUNTED. Die Songs werden langsamer, der Druck wird zurück gefahren, die Melodien allmählich eingängiger, der Blick gen Metalmainstream (falls es das geben sollte) gezielter. Spätestens mit diesem Album bin ich sehr skeptisch gegenüber der Band geworden…

    6/10