The Morning After - You Can't Hurt Steel

Review

Die Briten THE MORNING AFTER wollen es den Schubladenentwicklern besonders schwer machen, sie in eine stilistische Kategorie zu stecken. Einflüsse aus Hard Rock, Glam Rock, Melodic Metal, Progressive Metal, Melodic Death Metal und gelegentlich sogar vom Metalcore geben sich auf ihrem Debut „You Can’t Hurt Steel“ die Klinke in die Hand. Wenn man sich nun – wie ich wegen der Zuteilung in ein Genre – zwangsweise für eine Kategorie entscheiden muss, nimmt man freilich einfach…Heavy Metal.

Die reichhaltigen Einflüsse wirken sich in vielschichtiger Hinsicht ziemlich positiv aus den Sound von THE MORNING AFTER (nicht verwechseln mit THE MOURNING AFTER!) aus. Die Stücke und auch das ganze Album sind ziemlich abwechslungsreich, und melodische Bereiche und Dynamik halten sich gekonnt die Waage.
Schon der Opener „Lost In Time“ zeugt von dieser Vielfältigkeit. Melodisch-atmosphärische Parts wechseln sich in progressiver Art mit druckvolleren Abschnitten ab. „Hell And High Water“ führt diese Marschroute konsequent fort, wobei die harschen Vocals vermehrt Auftritte haben. Auffällig ist, dass die Band mitunter recht weit vom roten Faden der Hookline abweicht, ihn letztendlich aber immer wieder aufgreifen kann.
Bei „Glitter And Bombs“ bewegen sich die Briten dann recht konsequent in harmonischen Melodic-Metal-Bereichen, die Growls treten nur kurz in Erscheinung. Als Höhepunkt kann man hier das Lead-Solo sehen. „Crush Kill Destroy“ beginnt mit einem wuchtigen Bass-Einsatz, doch auf eine dahintersteckende Power-Nummer wartet man vergebens. Wieder ist es der Melodic Metal – diesmal mit deutlichen Anleihen des Progressive Rock –, der sich die Ehre gibt. Kompositorisch ist dieser achteinhalb-Minuten-Track zweifelsohne am abwechslungsreichsten ausgearbeitet und wird keine Sekunde langweilig.
Da „Heart Of The Young“ auch ziemlich atmosphärisch beginnt, hört man kaum den Übergang. Irgendwie erinnert mich der Titel stark an einen Song von WINGER und da kann man diesen Track stilistisch auch sonst hinstecken. Melodic-Hardrock-Kitsch at its best, und das soll jetzt tatsächlich nicht abwertend gemeint sein. Von den restlichen Songs ist vielleicht noch der Titeltrack „You Can’t Hurt Steel“ erwähnenswert, bei dem THE MORNING AFTER zum krönenden Abschluss noch einmal quer durch etliche Genres wildern.

Man könnte ja fast böse sagen, auf „You Can’t Hurt Steel“ ist für Viele etwas dabei, aber für keinen das wirklich Richtige. Ich weiß nicht, ob sich THE MORNING AFTER mit diesem wilden Gemisch so einen Gefallen tun. Wer sich durch das Album angesprochen fühlt, muss mitunter weit über den Tellerrand blicken können.
Zugutehalten muss man dem Quartett, dass sie aus all den verwendeten Elementen Songs fabrizieren können, deren Melodien ins Ohr gehen, deren Hooklines trotz einer gewissen Komplexität eingängig sind und denen ungeachtet eines gelegentlichen Kitsch-Faktors auch die Dynamik nicht fehlt. Das zeugt durchaus von fortgeschrittenem Songwriting und beweist, dass in den Briten wirklich Potential schlummert.

Ich würde den Jungs von THE MORNING AFTER raten, eine noch eindeutigere Linie zu finden. Vielleicht gelingen ihnen dann auch noch die ganz großen Hits, die bisweilen noch fehlen. Ob sie sich aber verändern wollen, ist eine ganz andere Frage.
Insgesamt ist „You Can’t Hurt Steel“ aber schon klar überdurchschnittlich einzuordnen, und wem dieser Genre-Mix zusagt, sollte die Scheibe antesten.

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24.07.2009

Der metal.de Serviervorschlag

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