The Sixth Incubator - Inphonoir

Review

Fuck! Fuck! Fuck! Warum können sich Dinge, die man schon geraume Zeit vor sich herschiebt, nicht einfach in Luft auflösen?! Nicht, dass ich keinen Bock hätte, über THE SIXTH INCUBATORs „Inphonoir“ zu schreiben. Ich finde nur seit Monaten einfach keinen Zugang zu dieser Scheibe, was ich immer wieder, mal in kleineren, mal in größeren Dosierungen versucht habe. Eines ist klar: Die Musik von Chris Mummelthey (Voices) und Stefan Schunke (Programming & Strings) ist in keine Schublade zu packen. Was mich aber vor viel größere Probleme stellt, ist das ungeordnete Chaos, das auf „Inphonoir“ herrscht und das diese Langrille bei mir hervorruft. Ich versuche es einmal anhand der ersten vier Songs zu beschreiben. „Introversion“: eine GODSPEED YOU BLACK EMPEROR!-artige Klangcollage. Meine Reaktion: Cool! „Calm Of Perversion“: schleppendes Riffing, effektbeladene Vocals und dissonante Hintergundklänge. Meine Reaktion: Naja, kommt irgendwie nicht auf den Punkt. „Dominus Terminus“: dumpfe Gitarren, eine ebensolche Rhythmik und dann auf einmal Klampfen, die wie eine Mischung aus PARADISE LOST und SISTERS OF MERCY klingen. Meine Reaktion: Die erste Verstörung setzt ein. „We’re Death Metal Power“: Industrial Death + EBM + PRODIGY-artiges Drumprogramming. Meine Reaktion: Hä?!? Und genau diese zwei Fragezeichen samt Ausrufezeichen stehen mir noch bis Ende der CD im Gesicht. Denn dem oben Beschriebenen nicht genug, läuft einem auf „Inphonoir“ zusätzlich noch Punkiges mit ausdruckslosem Gesang und Porno-Text („Cum Into Your Face“), poppiger Grind („Sphynx Of Skorragh“) avantgardisticher Death Metal + Synthesizeruntermalung („Down On Earth“), reiner Industrial („Fight [Tribal Six Remix]“) oder chillige Trance-Mucke („Balladesk 2“) über den Weg. Lediglich bei „Gods Of Fire“ und „Hymn Of Skorragh“ erkenne ich wegen stilistisch halbwegs vorhandener Stringenz einen roten Faden. Doch warum will mir das von THE SIXTH INCUBATOR Fabrizierte nicht zusagen? Bin ich zu blöd? Nehme ich zu wenig Drogen? Oder bin ich nach zwei Jahren des Online-Redakteur-Seins schon so im Schubladendenken festgefahren? Ich weiß es nicht. Fest steht jedenfalls, dass „Inphonoir“ eine der abgedrehtesten Scheiben ist, die mir jemals untergekommen ist. Nächstes Problem: Wie benote ich das Ganze jetzt? Machen wir es so: 2 Punkte für die beiden oben genannten, gelungenen Songs + 1 Punkt für den Mut, so dermaßen anders zu sein + 1 Punkt für die Aktion „Support The Grind 2003“, im Zuge derer THE SIXTH INCUBATOR zwei Songs der Kasseler Combo MY COLD EMBRACE als Bonus Tracks mit auf ihre Scheibe gepackt haben. Trotz kleiner Produktionsschwächen und einiger ebenfalls abgefahrener Ideen rocken diese nämlich amtlich nach vorne. Puuh, geschafft! Erleichterung macht sich breit.

25.09.2003

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