The Studs - And Hate

Review

In Punkto Fleiß können es die Japaner auf jeden Fall mit den Schwaben oder Chinesen aufnehmen. Zwar ist es schon ein bisschen her, seitdem sich KAGEROU aufgelöst haben, aber hinter die erste Demo „studs“ der neuen Band THE STUDS von Sänger Daisuke nach nur einem Jahr das erste Album „And Hate“ zu setzen, ist definitiv bemerkenswert. Dafür fällt aber auch gleich von Anfang an die Produktion unangenehm auf, denn was bei der Demo noch angenehm lärmig nach Proberaum klang, ist nun einer ziemlichen Hochglanzproduktion gewichen.

Und das ist auf jeden Fall ein Rückschritt. Nicht nur aus Sicht eines Lärm-Fetischisten, sondern auch weil durch die saubereren Frequenzspuren viel deutlicher auffällt, dass die Songs nur aus einer einzigen Bass- und Gitarrenspur bestehen. Die Folge ist dieselbe wie bei KAGEROU: Es kann wenig Druck ausgeübt werden und oft hat man als Hörer auch irgendwie das Gefühl, es „fehle“ etwas in den Songs. Auf der anderen Seite wurde aber auch versucht, dem Problem durch simplen Alternativerock Herr zu werden, der durch den Minimalismus zumindest noch irgendwie an Stimmung gewinnt.
Leider hat der Band aber darüber hinaus wohl wirklich der Stress ziemlich zugesetzt, denn gerade in der ersten Hälfte enttäuschen viele Songs maßlos. Es wirkt schon fast so, als hätte man als Allheilmittel versucht einer 08/15 Bassspur einen dissonanten Gitarrenoberbau zu geben, um zumindest noch den Freakfaktor irgendwie zu retten. Obendrein sind die als „intro“ und „outro“ bezeichneten Songs auch irre schlecht und nerven schon beim spätestens zweiten Umlauf des Albums, was ebenfalls ganz schön für ein Zeitnotprodukt spricht. Zur großen Erleichterung wird es mit dem Song „Hyouryuu No Hana“ aber wieder deutlich besser und „And Hate“ fängt final an uneingeschränkt Spaß zu machen. So wird es in „Missing You“ sommerlich unbeschwert, in „Aru Asa“ schwer und beschwingt zugleich, bei „Shakunetsu Wa Reido“ cool 3/4 Takt bluesrockig oder bei „Gaze“ einfach nur gelungen moshbar. Zwar erinnern einige Nummern wirklich noch an die aufgelösten KAGEROU, aber da der Songwriter ja eh derselbe geblieben ist, hat er höchstens von sich selbst geklaut.

Im Endeffekt rettet also eine gute zweite Hälfte die Platte vor dem Durchschnitt, was aber im Vergleich zur ordentlichen Demo immer noch eine mittelmäßige Enttäuschung ist. Allerdings waren KAGEROU auch nie eine Band, die durchweg ausfallfreie Alben hatte vorweisen können. J-Rock- oder Alternative-Fans können den Kauf auf jeden Fall wagen, bessere einheimische Konkurrenz gibt es in musikalischer Sicht aber leider definitiv.

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19.05.2008

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