Thirty Fates - Circus Black

Review

Wahrscheinlich dürfte die griechische Metal–Band THIRTY FATES nicht allen Metal–Jüngern ein Begriff sein. Bemerkenswerterweise steht zu lesen, dass die Ursprünge dieser Band bis ins Jahr 1988 (seinerzeit noch unter dem Namen METAL INVADERS) zurückreichen, dem Jahr, als Meilensteine wie MAIDENs „Seventh Son of a Seventh Son“, HELLOWEENs „Keeper of the Seven Keys Part 2“ oder METALLICAs „…And Justice for All“ generiert wurden. Jedenfalls besteht die Band, die erst seit 2021 unter THIRTY FATES firmiert, aus den Brüdern Nikos und Elias Tsintzilonis sowie Stelios Papakostas am Mikro. Stilistisch sprechen wir hier über klassischen Heavy Metal, so zumindest die Selbstbeschreibung der Band, die Genre–Granden wie IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST und DIO referenziert.

Debütalbum unter dem Namen THIRTY FATES mit prominenter Unterstützung

Nun legen die Griechen mit „Circus Black“ ihr Debüt unter neuem Bandnamen vor. Das Studioalbum besteht aus neun Songs und ist mit einer Spielzeit von knapp 38 Minuten vergleichsweise kurz. Das Cover–Artwork im Comic–Style sollte sicher mal gruselig sein, kommt aber eher nur lustig herüber. Es passt ansonsten aber zum Konzept. Eingeleitet wird das Werk mit dem kurzen Intro „Circus of Fate“, dem sich das mit viel Liebe zum Detail arrangierte „Indifferent People“ anschließt. Als Gastsängerin tritt hier die Griechin Angel Wolf Black (VIVALDI METAL PROJECT) in Erscheinung, deren Backings für atmosphärische Vibes sorgen. Schade nur, dass ihre Parts recht dürftig ausfallen, doch das ist im Grunde Klagen auf hohem Niveau. Die melodischen Riffs und der beeindruckende Instrumentalteil wiederum verfehlen ihre Wirkung nicht – ein starker Auftakt.

„The Pretender“ ist einer der Vorab-Tracks, eine coole Nummer, die sich mit den Veränderungen der menschlichen Persönlichkeit im täglichen Kampf ums Überleben beschäftigt. Keine leichte Kost also, die auch musikalisch durchaus anspruchsvoll umgesetzt wird: Druckvolle Riffs, starker Gesang und ein eingängiger Chorus – all das macht richtig Laune und dürfte selbst Classic–Metal–Muffeln den Wind aus den Segeln nehmen. „Just For a Little“ war der erste Appetizer für das Album, auch hier werden Präzisionsgeschütze aufgefahren. Die melodischen Gesangslinien und der radiotaugliche Chorus dieses Mid–Tempo–Songs wissen ebenso zu gefallen wie die (leider etwas zu kurz geratene) Orgel–Einlage im Stile von DEEP PURPLE, die aber die musikalische Kreativität der Hellenen andeutet. Das martialische „Sign of Rebellion“ könnte auch von MANOWAR stammen. „The Edge of Destiny“ kommt dann, nicht nur wegen des akustischen Intros, wieder etwas gemäßigter daher.

Ein besonderes Schmankerl gibt’s in Form eines Gastauftritts von Tim „Ripper“ Owens, der von 1997 bis 2003 Rob Halford bei JUDAS PRIEST ersetzte und sich seit 2019 als Sänger bei KK’S PRIEST betätigt. „Be Free“ heißt die Nummer, die in der Tat verdächtige Parallelen zu den Priestern aufweist. Ein solider Heavy–Metal–Song mit ordentlichen Riffs und einigen progressiven Einlagen, dem der „Ripper“ seinen Stempel aufdrückt. Definitiv ein Anspieltipp, wenn auch keine Abrissbirne. Mit dem halb balladesken, atmosphärischen „Because We Fly“ wird der Hörer dann ein letztes Mal mitgerissen, auch wenn das Ende irgendwie „unfertig“ anmutet.

Gute Platte einer Band, die man im Auge behalten sollte

Fans und Freunde des traditionellen Metals, die aber auch mit hier und da eingestreuten moderneren Elementen leben können, werden sich über diese Platte freuen wie ein Schnitzel. Solides Songwriting, druckvolle Riffs, eine markante Stimme, präzises Drumming – und das alles verpackt in kristallklaren Sound. Das Gesamtpaket und –konzept stimmt jedenfalls. Auch wenn nicht alle Songs das Niveau gleichermaßen halten können (welches Album schafft das schon?), gebe ich gerne zu, dass mich „Circus Black“ sehr positiv überrascht hat, weil es eben nicht nur muffiger, schon tausendfach woanders gehörter Heavy Metal ist. In der Gesamtbeschau steckt da schon richtig Substanz hinter. „We hope you enjoy our music. It‘s worth a listen.“ Besser hätte man es nicht ausdrücken können.

Text: Christian Flack

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04.01.2022

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