Thokkian Vortex - Thy Throne is Mine

Review

THOKKIAN VORTEX meldet sich rund fünf Jahre nach dem Debüt mit „Thy Throne Is Mine“ zurück. Die Musik entstammt ganz und gar der Feder von Lord Kaiaphas (richtiger Name: Valério Costa), ehemals Sänger von ANCIENT. Seit Anfang der 90er hinterlässt der in Rio de Janeiro geborene und in den USA aufgewachsene Musiker Fußstapfen in der Black-Metal-Szene. Die werden auch mit „Thy Throne Is Mine“ nicht riesig, sind aber keinesfalls so mickrig, wie es die Kritik zum Erstling vermittelt – „Into The Nagual“ ist kein Glanzstück schwarzer Metal-Kunst, aber durchaus ein Leckerbissen für 90er-Schwarzheimer, sowohl instrumental als auch soundtechnisch. Costa war in diversen Bands als Schlagzeuger, Sänger und Song-Texter tätig. Das war dem Lord nicht genug. Es folgte ein Homerecording-Studio als Ventil für die eigenen Vorstellungen, wie Black Metal klingen sollte. THOKKIAN VORTEX ist das Ergebnis.

Mehr auf Nummer sicher: „Thy Throne Is Mine“ von THOKKIAN VORTEX

Der Schöpfer bezeichnet sein Werk als den „besten Black Metal, den [er] bisher erschaffen konnte.“ Fair enough. Er betont, dass er kein Album kreieren wollte, „auf dem jeder Song gleich klingt.“ Im Rahmen der Musik von THOKKIAN VORTEX, sollte man meinen, hat das weniger mit experimentellen Ideen zu tun, sondern vielmehr mit dem Vereinen von Bewährtem. In dem Sinne hätte Costa recht, wenn er „Thy Throne Is Mine“ als „eingängig und einprägsam“ bezeichnet. Dagegen spricht auch nichts. Im Vergleich zum ersten Album gehen die Lieder aber mehr auf Nummer sicher – auch beim Sound. Der rohe Charme von „Into The Nagual“ ist auf der Strecke geblieben. Experimentiert hat der Macher dann aber doch.

Facetten über Facetten über Facetten

Der Titel-Song dürfte vor allem SATYRICON-Fans gefallen – insbesondere die Intonation der Vocals erinnert stark an die Norweger. Damit steht ein Haken hinter einer namhaften Referenz. Vermutlich war es nicht das primäre Anliegen von Lord Kaiaphas, in die Fußstapfen anderer zu treten; genau genommen würde es dem Grundgedanken seiner Band auch widersprechen. Generell hat „Thy Throne Is Mine“ aber auffällig viele Gesichter (von Black’n’Roll bis Klavier) in nahezu allen relevanten Bereichen und darüber hinaus; Ambient-Teppiche stützen den atmosphärischen Chrakter und es gibt sogar orchestrale Momente für die Portion Bombast. Problem: Das alles kommt ohne Falten, Ecken und Kanten, charakteristischen Grübchen und markanten Partien daher.

Und plötzlich läuft „Come To The Sabbat“ an. Das Stück überragt das Gesamtwerk als sehr experimentelle Besonderheit. Mit einem Mal passen die Wörter „eingängig“ und „einprägsam“ nicht mehr gut zusammen. Die Nummern haben für sich betrachtet einen jeweils eingängigen Charakter. Zusammengenommen ist „Thy Throne Is Mine“ aber so vielfältig, dass man sich am Ende fragt, was da gerade (alles) passiert ist. Das Album schießt irgenwie über das Ziel hinaus. Zu viele Eindrücke trüben das Gesamterlebnis. Die spannende Frage: Wie viele legen eine zweite Runde ein und wie viele legen das Album beiseite?

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23.03.2020

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