Thoughts Factory - Elements

Review

Soundcheck Januar 2020# 15

Die Elemente mit denen THOUGHTS FACTORY sich nach einer fünfjährigen Pause zurückmelden sind mitnichten die der Natur. Auch wenn das Artwork der neuen Veröffentlichung „Elements“ dieses stark vermuten lässt. Doch die progressiven Metaller spielen weder mit Feuer oder mit Wasser sondern viel mehr mit Emotionen.

„Elements“: Das Spiel mit Emotionen

Nahe liegend, denn in fünf Jahren ist einiges passiert. Das einschneidenste und sicherlich für das etwas andere neue Klanggewand der Band verantwortlich, der Wechsel am Mikro. Mit Cornelius Wurth steht ein neuer Mann an der Front. Dies bereits seit 2016, aber: eine neue Stimmfarbe bringt ja immer frischen Wind und brachte THOUGHTS FACTORY zur Überarbeitung ihres Sounds. Etwas ruhiger, etwas gesetzter etwas vertrackter. THOUGHTS FACTORY haben hier eindeutig die Gedankenschmiede auf vollen Touren laufen lassen.

THOUGHTS FACTORY: Gedankenschmiede auf Hochtouren

„Elements“ erzählt die Geschichte eines heranwachsenden, jungen Mannes mit all den sich bietenden Ups and Downs. Das menschliche Dasein im Umgang mit seiner Innen-und Außenwirkung. Hass, Wut und Liebe, Zukunftsperspektiven. Das ganze Spektrum dessen, was das Leben parat hält. Nicht nur die Geschichte zieht sich wie ein roter Faden durch das konzeptionell aufgebaute Album, auch die tonalen Hoch-und Tiefpunkte sind hörbar.

Leise zur wahren Größe

Was sich mit dem Debüt „Lost“ noch deutlich knackiger und angriffslustig, ja um einiges grobschlächtiger darstellte, wandelt sich mit „Elements“ zu weich gespülten Symphonien die mit schönen, progressiven Melodien versehen sind. Feingliederiger und in sich so zerbrechlich wie hauchdünnes Eis, welches durch saftige Gitarrenriffs zerbrochen wird. Dünn aber auch, in den härteren, groben Momenten, die Vocals.

Es braucht schon einiges um die arienhaften, sanften Vocals mit einem aggressiven Drumplay oder schnellen, djentlastigen, frickeligen Riffing im Kopf zu verbinden. Punkten kann das Ganze stimmlich wiederum dann, wenn die Regler auf „Leise“ und „Ruhig“ gestellt sind. Was bei den lauten Tönen untergeht oder unpassend wirkt entfaltet genau dann seine wahre Größe.

Spannendes Niveau

„Frozen Planet“ in seiner reinen, instrumental gehalten Version ist pure Energie und Verzweiflung zu gleich. Und auch das schwebend-leichte „Nightfall“ nimmt von Sekunde zu Sekunde immer weiter Raum ein. „The Burden“ dagegen zieht die Daumenschrauben an. Rauhe Stimme, rockige Hookline. Das treibt voran. Immer wieder wirft sich der breite Teppich der Gitarrenfront über alles und lullt einen auf angenehmste Art ein. Die progressive Band wechselt dabei oftmals schneller das Tempo als so mancher seine Unterwäsche und hält damit alles ständig auf einem spannenden und interessantem Niveau.

THOUGHTS FACTORY: Sich hineinfinden und daran gewöhnen

Damit kann der Nachfolger „Elements“ aufgrund seiner Eigenart schon fast als neues Debüt und nicht als zweite Veröffentlichung der Band gesehen werden. THOUGHTS FACTORY  sind im Jahre 2020 progressiver und symphonischer. Sind rockiger und lieblicher. Nutzen alle „Elemente“. Spielen mit Emotionen, mit Synthesizern,  Streichinstrumenten, Pianoklängen und hauen ordentlich in die Keyboardtasten.

Auch wenn es ab und an an der homogenen Mischung ruckelt und es etwas braucht um in das Ding hinein zu finden, am Ende ergibt dies eine musikalische Rückkehr nach fünf Jahren, die aufgrund der stilistischen Veränderungen zwar gewöhnungsbedürftig erscheint aber sich das geneigte Prog-Metaller-Herz damit gut zurechtfinden wird.

07.01.2020

It`s all about the he said, she said bullshit.

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