Thrice - Anthology

Review

Das ist also für´s Erste das Aus für THRICE: Im November 2011 erklärte Dustin Kensrue, dass sich THRICE eine Auszeit auf unbestimmte Zeit nehmen werde. Damit es den Hörern in dieser Zeit nicht ganz langweilig wird, wurden auf dem Doppelalbum „Anthology“ die besten Songs zusammengepackt, die während ihrer Abschlusstour live aufgenommen wurden.

THRICE. Von Post-Hardcore bis hin zum anspruchsvollen, experimentellen Alternative Rock der letzen Alben hat diese Band alles geliefert, sowohl im Studio, als auch live. Die Geschichte des Stilwandels braucht hier bezüglich der Tracklist weder noch einmal aufgerollt noch diskutiert werden, denn alle auf diesem Abschlussdoppelalbum vertretenen Songs wurden von den Fans per Voting über die Bandhomepage gewählt. Jeder konnte seine Lieblingssongs bestimmen, die meistgewählten waren auf der Tour und sind damit auch auf „Anthology“ zu hören – ganz basisdemokratisch, da kann kein ausschließlicher Verfechter der „alten Sachen“, wie es immer so schön heißt, sich bei der Band über die Auswahl beschweren. Das Resultat der Abstimmung ist ein Querschnitt durch alles, von „Identity Crisis“ bis „Major/Minor“ und „The Alchemy Index“ und somit ist alles von „alt“ und „neu“ zu ungefähr gleichen Teilen vorhanden.

Nun aber zu den wichtigen Parametern eines Live-Albums: Was kann die Platte in Sachen Stimmung und Sound? Die Antwort ist: Recht viel. Dass THRICE durchaus live-tauglich sind und vor allem durch Sänger Dustin Kensrue eine ganz eigene Präsenz haben, weiß jeder, der sie schon einmal live gesehen und gehört hat – aber sie haben auch das Kunststück fertig gebracht, diese Stimmung auf einen Datenträger zu brennen, was meines Erachtens nach vor allem bei den Stücken „The Earth Will Shake“ und „Under A Killing Moon“ zu spüren ist. Natürlich sprühen auch bei früheren Größen wie „The Artist In The Ambulance“ oder „Image of the Invisible“ die Funken, man ist versucht, im eigenen Wohnzimmer einen Pit zu starten, mit dem Publikum zu brüllen – und muss vor allem im Laufe des Albums feststellen, dass THRICE tatsächlich schon verdammt lange dabei sind und für den Fan in jeder Stimmungslage einen musikalischen Begleiter parat haben.

Die „Anthology“ vereinigt viele Gegensätzen in sich, die Setlist ist spannend und kleine Spielfehler, die zum Glück nicht im Nachhinein kaschiert wurden, machen das Live-Erlebnis umso echter. Meines Erachtens nach gehört dieses Album in die Hände von THRICE Anhängern, die jedes Gesicht der Band mögen, denn für diese bildet das angebote Material eine einmalige Zusammenstellung. Für denjenigen, der sich selbst noch nicht Fan der Truppe nennen kann, kann diese Scheibe eine gute Vorlage sein, neugierig zu werden. Denn wie gesagt, THRICE machen hier das, was sie live sehr gut können: Gutes Handwerk, Leidenschaft und Emotion an den Tag legen. Aber auch den letzten Resistenten, die auf ein Hardcore-Revival warten, möchte ich empfehlen: Hört mal genau hin. Wenn (Post-)Hardcore für euch mehr ist als Geknüppel und Geschrei, werdet ihr feststellen, dass THRICE an Ausdrucksstärke, auch wenn sie ihren alten Stil auf den neuen Alben abgelegt haben, nichts verloren haben. Ein Ohr ist dieses Album also auch für diese Fraktion auf jeden Fall wert.

In diesem Sinne: See you soon, THRICE!

 

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11.11.2012

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