Thymo - Panorama

Review

Ungewöhnlich ist THYMO ja schon, das Ein-Mann- Projekt des russischen Musikers Timofey Mineyev. Während sich viele seiner Landsleute ihrer heidnischen oder vermeintlich heidnischen Wurzeln besinnen und mit entsprechenden Kapellen die Metalszene fluten, steht Mr. Mineyev vielmehr in der Tradition alter Gitarrenhelden. Keine Frage: Der Mann versteht sein Handwerk. Nicht genug, dass er mit seinem Instrument souverän die Marschrichtung vorgibt, ebenso selbstverständlich ist es, dass er um seine Gitarrenlinien komplette Songs formt, inklusive Synthesizersoli.

Womit wir mittendrin im Thema wären. Für das vorliegende Mini-Album „Panorama“ hat er vier Tracks komponiert, die zwar ohne Text auskommen, aber den Plot musikalisch ausdrücken bzw. erzählen. Das ist einigermaßen ambitioniert, genauso wie die Aussage etwas vermessen klingt, dass „Panorama“ mit den besten Instrumentalalben konkurrieren möchte – aber warum nicht?

Was mich jetzt allerdings davon abhält, in Begeisterung zu verfallen, sind vielleicht die Titel der vier Tracks, die bereits einiges über den Plot bzw. die musikalische Linie erzählen. Beginnen wir mit „Rollercoasting In Crab Nebula“ – der Titel allein klingt arg konstruiert, die Musik ist aber stringenter, wenngleich anfangs etwas zu optimistisch. Weiter geht es mit „Time Machine“, ein Titel, der für mich seit „Herr Rossi“ eine etwas humoristische Konnotationen hat – hier darf aber ein musikalischer Strudel (sprich: die Musik ist plötzlich absichtlich schief) nicht fehlen – und zack! schon haben wir die Jahrhunderte übersprungen. Weiter: „Cathartic Vision“ – hier wird es bisweilen etwas dramatisch, wohingegen das abschließende „Plot Of Apocalypse / 21.12.12“ partiell an RUSH oder SAGA erinnert.

Keine schlechten Hausnummern also, und insgesamt macht „Panorama“ einen gekonnten und professionellen Eindruck. Es gibt allerdings eine Sache, die mich profund stört, und das betrifft das Gitarrenspiel von Mr. Mineyev: So gut er an seinem Instrument ist, so wenig atemberaubend ist es. Irgendwie verspricht man sich von einem Gitarrenvirtuosen mehr Wahnwitz, mehr Unvorhergesehenes, mehr Prog. Und das ist schließlich das, was ein Instrumentalalbum ausmachen sollte. Keine Frage, andere haben das wesentlich schlechter hinbekommen, und „Panorama“ ist immerhin grundsolide. Allerdings fehlen mir eben jene Anteile, die das Album zu einer herausragenden Veröffentlichung machen.

12.05.2010

- Dreaming in Red -

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